Aufgespießt

Die Rache des Meeres

Angler geht Europas giftigstem Fisch in die Falle

Von Axel Ehrlich
Giftiger Geselle: Petermännchen sondern durch ihre Stacheln gefährliche Substanzen ab, die sogar zum Herzstilstand führen können.
Giftiger Geselle: Petermännchen sondern durch ihre Stacheln gefährliche Substanzen ab, die sogar zum Herzstilstand führen können. Foto: dpa

Wurm, Haken, draufgebissen – das wars dann für den Fisch. Im Normalfall haben Angler im direkten Zweikampf mit den Flossenträgern die besseren Karten. Manchmal ist es jedoch genau andersherum.

Ob das mit dem weißen Hai aus dem Kino alles so stimmt, ist nach wie vor unklar. Verbrieft ist jedoch folgende Geschichte, die sich Anfang der Woche im schleswig-holsteinischen Heiligenhafen zugetragen hat: Hobbyfischer-Ausfahrt mit Hochseekutter auf die Nordsee. Wer schnappt sich den Dicksten? Der Angler (37) hatte jedenfalls einen ordentlichen Fisch am Haken. Beim Abnehmen wehrte sich der Fisch mit seinen tückischen Stacheln zwischen den Rückenflossen. Alarm, Seenotrettung, Klinik. Der Mann hatte ein Petermännchen erwischt, das ist der wohl gefährlichste Fisch Europas. Sein starkes Gift kann Herzrhythmusstörungen und Kreislaufkollaps auslösen. Angler hatte in diesem Fall nochmal Glück.

Der Fisch sorgte mit seiner Aktion für jedoch immenses mediales Aufsehen, schaffte es in fast alle Tageszeitungen, Online-Seiten, Social Media-Auftritte. Petermännchen, der PR-Profi.