Aufgespießt

Scharfe Flucht aus dem Knast

Häftlinge brennen mittels Chilipulver durch / Fünf Wärter verletzt

Von Axel Ehrlich
chili macht frei. Nicht nur die Nase. Es kommt allerdings ein bisschen  auf die Dosierung an.
chili macht frei. Nicht nur die Nase. Es kommt allerdings ein bisschen auf die Dosierung an. Foto: imago

Mehr als fünf Jahre schmorte der Graf von Monte Christo im weltbekannten Roman von Alexandre Dumas unschuldig im Kerker – an einen Ausbruch war nicht ernsthaft zu denken. Clint Eastwood als Gefangener von Alcatraz schabte in monatelanger Kleinarbeit das Knast-Gemäuer mit einem umgebauten Essbesteck mürbe, so dass er endlich die Gitterstäbe rausnehmen und über die Lüftung fliehen konnte.

Hätten sie doch alle nur früher von der Spontan-Erfindung der Häftlinge im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh gewusst. Die haben das Aufsichtspersonal, das ihnen das Abendessen in die Zelle brachte, mit einem simplen, aber wirkungsvollen Trick schachmatt gesetzt. Die sieben Knackis griffen herzhaft in die Gewürz-Schüssel und bewarfen ihre Wärter mit Chilipulver und Salz. Die waren dann mehrere Minuten ausschließlich mit sich selbst beschäftigt. Zeit genug für die Häftlinge, sich aus dem Staub zu machen.

In einer deutschen Justizvollzugsanstalt wäre dieses Szenario eher unwahrscheinlich. Oder ist schonmal jemandem der Ausbruch mittels Schwarzbrot oder Vanillepudding gelungen?