Aufgespießt

Vorsicht, Auto petzt!

Wie die Polizei einer 18-jährigen Unfallfahrerin auf die Schliche kam

Von Siegfried Denzel 03.05.2022, 19:28
Demolierte Leitplanke: Kein Mensch war Zeuge - aber moderne Autotechnik hat eine junge Unfallfahrerin bei der Polizei verpetzt.
Demolierte Leitplanke: Kein Mensch war Zeuge - aber moderne Autotechnik hat eine junge Unfallfahrerin bei der Polizei verpetzt. Foto: Imago

Ein paar verstohlene Schulterblicke, dann Erleichterung bei der 18-jährigen Unfallfahrerin: Weit und breit kein Augenzeuge, der ihren Crash mit einer Leitplanke an der B47 nahe des rheinland-pfälzischen Hettenleidelheim gesehen hat. Also nichts wie weg – schon ärgerlich genug, dass das fast noch neue Auto nun so hässliche Beulen hat. Da sollen sich gefälligst andere um die Beulen in der Leitplanke kümmern!

Doch es gab einen Zeugen, und der hat die junge Frau schließlich verpetzt: das Auto selbst! Ob es sich für seine Blessuren rächen wollte?

Eher nicht, es hat einfach nur das getan, was ihm findige Ingenieure eingebaut und anerzogen haben: Gibt’s einen Unfall, meldet die Fahrzeugelektronik den Crash sofort der Leitstelle des Herstellers. Weil deren Mitarbeiter aber keinen Fahrer-Kontakt herstellen konnten, starteten sie das volle Programm. Alarm für Rettungsdienst und Polizei – doch weil an der Unfallstelle niemand zu verarzten war, starteten auch die Beamten ihr volles Programm: Halterabfrage, Hausbesuch, Vernehmung – und Anzeige gegen die 18-Jährige wegen Unfallflucht. Tja, hätte sie mal nicht Papas neues Auto, sondern die Rostlaube ihres Freundes genutzt. Die hätte dichtgehalten ...