1. Startseite
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Fußball-Bundesliga: Ausgleich in der Nachspielzeit: Werder rettet spätes 1:1

Fußball-Bundesliga Ausgleich in der Nachspielzeit: Werder rettet spätes 1:1

Das Heimspiel gegen Mönchengladbach soll die Wende bringen für den Krisenclub Werder Bremen. Am Ende verhindert ein spätes Tor wenigstens die nächste Niederlage. Was bedeutet das für den Trainer?

Von Sebastian Stiekel, dpa 31.01.2026, 17:37
Werder-Trainer Horst Steffen
Werder-Trainer Horst Steffen Carmen Jaspersen/dpa

Bremen - Ein spätes Tor von Keke Topp hat die Krise von Werder Bremen zumindest ein bisschen gebremst. Der eingewechselte Stürmer traf am Samstag in der vierten Minute Nachspielzeit mit einem sehenswerten Schuss zum 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach.

Zwar ist der Tabellen-14. in der Fußball-Bundesliga jetzt schon seit zehn Spielen sieglos. Und auch die Diskussionen um den glücklosen Trainer Horst Steffen gehen in Bremen weiter. Aber wenigstens wurde das unermüdliche Anrennen nach dem überraschenden 0:1 durch Haris Tabakovic (62.) am Ende noch belohnt.

Sportchef Fritz in der Kritik

Die wochenlange Werder-Krise hinterließ ihre Spuren im Weserstadion. Anders als in den Tagen zuvor vermied Geschäftsführer Clemens Fritz vor dem Anpfiff ein klares Bekenntnis zu Steffen und sagte: „Ich werde jetzt nicht vor dem Spiel über irgendwelche Eventualitäten sprechen.“

Bei den Fans steht der Sportchef aufgrund der missglückten Transferpolitik ohnehin noch mehr in der Kritik als der Trainer. Bei den organisierten Anhängern in der Ostkurve hing deshalb auch ein Protestplakat gegen die sportliche Leitung („Das Schöngerede muss jetzt enden“). Im Rest des Stadions herrschte eine auffällig verhaltene Atmosphäre. Kein „Jetzt erst recht“. Keine feurige und bedingungslose Unterstützung.

Auch bei der Mannschaft war die Angst vor Fehlern größer als der Drang nach vorn. Beide Gegner in diesem Krisenduell setzten auf Risikovermeidung.

Nur eine Chance in Halbzeit eins

Werder war in einer ersten Halbzeit auf schwachem Niveau noch das aktivere und engagiertere Team. Die Strategie war offensichtlich: Die beiden schnellen Stürmer Justin Njinmah und Samuel Mbangula ins Tempo zu bringen.

Doch das ließen die arg passiven Gladbacher vor der Pause nur einmal zu: Nach einem Freistoß für die Borussia tief in der Bremer Spielhälfte trieb Mbangula den Ball nach vorn, passte zu Njinmah, doch der scheiterte an Torwart Moritz Nicolas (20.). Viel mehr passierte in beiden Strafräumen nicht.

Doppelchance für Sugawara

Die Bremer kamen allerdings mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine. Erst scheiterte der Japaner Yukinari Sugawara mit einem Distanzschuss an Gladbachs Torwart (47.). Dann verpasste er am zweiten Pfosten lauernd nur knapp eine Kopfball-Verlängerung von Karim Coulibaly (49.).

Werder schaffte es nun zumindest kurzzeitig, das Publikum mitzunehmen. Ein völlig verunglückter Ball in die Spitze war schon kurz davor, im Seitenaus zu verenden, ehe der auffällige Belgier Mbangula energisch hinterher sprintete und den Ball der Hacke im Spiel hielt (51.). Das brachte zwar keinerlei Gefahr, war aber ein Signal an die Fans.

Werder hat keinen Tabakovic

Nur fiel mitten in diese stärkste Bremer Phase hinein das völlig überraschende 0:1. Beim ersten gefährlichen Gladbacher Angriff des Spiels brach Franck Honorat auf der rechten Seite durch und passte im Strafraum quer zu seinem Sturmpartner Tabakovic. Aus kurzer Distanz schoss der 31-jährige Bosnier sein zehntes Saisontor.

Ein solcher Vollstrecker fehlt Werder schon die ganze Saison. Wie schon beim 0:2 am Dienstag gegen 1899 Hoffenheim fiel den Bremern trotz drückender Überlegenheit in der letzten halben Stunde nur wenig ein. Trotzdem war der späte Ausgleich verdient. Schon vorher hatte Senne Lynen nur den Pfosten getroffen (84.). Auch Oliver Deman scheiterte nochmal am starken Nicolas (87.), ehe Topp  traf.