Ausstellungen

Botanischer Garten in Rostock zeigt rund 300 Pilzarten

Das Wetter ist günstig derzeit für Pilze. Überall sprießen sie aus dem Boden. Wer wenig Erfahrung mit Pilzen hat, kann am Wochenende in Rostock viel lernen.

Von dpa 25.09.2021, 10:03 • Aktualisiert: 27.09.2021, 14:11
Veronika Weisheit bereitet im Botanischen Garten die große Landes-Pilzschau mit vor.
Veronika Weisheit bereitet im Botanischen Garten die große Landes-Pilzschau mit vor. Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Rostock - Im Botanischen Garten der Universität Rostock sind an diesem Wochenende Hunderte einheimische Pilze zu bestaunen. Dabei handelt es sich um frisch gesammelte Pilze, die mit Moos, Laub und Holz so gezeigt werden, wie sie in der Natur auch zu finden sind, wie der Kustos des Botanischen Gartens, Dethardt Götze, sagte. Er rechnet bei der 43. Landes-Pilzausstellung mit rund 300 Pilzarten, die auf dem 7,8 Hektar großen Gelände ausgestellt werden. Es seien vor allem die Pilze ausgestellt, die im Moment häufig zu finden seien, beispielsweise Fichtenreizker, Stockschwämmchen, würzige Tellerlinge und als Röhrenpilze Flockenstielige und Netzstielige Hexenröhrlinge.

Die Pilze stammten alle aus der weiteren Umgebung Rostocks, die Ausstellung solle die Vielfalt der heimischen Pilzwelt darstellen, betonte Rostocks leitende Pilzberaterin Ria Bütow. Alle Pilzberater von Rostock und Rostock-Land sowie Mitarbeiter des Botanischen Gartens besorgten die Ausstellungsstücke aus den Wäldern.

Insgesamt stellten die ungenießbaren Pilze den größten Anteil dar, sagte Bütow. In diese Gruppe gehörten beispielsweise die meisten Holzpilze. Die Giftpilze seien die kleinste Gruppe. Trotzdem gebe es immer wieder Fälle, dass Pilze miteinander verwechselt würden und es zu Vergiftungen komme. Dabei zeigte sich Bütow skeptisch über Apps zur Pilzbestimmung, es gebe zu viele Unsicherheiten.

Um auch als Expertin genau beurteilen zu können, um welche Art es sich handelt, sei es wichtig, dass der gesamte Pilz mit Hut und Stil gepflückt wird. Besser sei aber stets, einen Pilz stehen zu lassen, wenn man ihn nicht kennt, betonte Bütow. Pilze seien wichtig für die Wälder, weil viele Arten in Symbiose mit Bäumen leben. Wieder andere sind für die Zersetzung des Totholzes, der Blätter und Nadeln zuständig.

Pilze reagierten auch sehr empfindlich auf Klimaveränderungen. In den letzten Jahren gab es sehr trockene Sommer und Herbste - „das sah dann sehr traurig aus“, sagte Bütow. Der verhältnismäßig feuchte Sommer in diesem Jahr führte dagegen zu einem guten Pilzwachstum.