Verkehr Bürgerbusse vernetzen Gemeinden - attraktiv für Senioren
Auf dem Land sind viele Menschen ohne Auto aufgeschmissen. Bürgerbusse füllen in einigen Gemeinden die Lücken im Verkehrsnetz. Wie funktioniert das Angebot in Seevetal?

Seevetal - Zum Einkaufen, zum Arzt oder einfach für einen Besuch bei Freunden: Fünf Tage die Woche rollt ein Bürgerbus durch die Gemeinde Seevetal im Landkreis Harburg. Ehrenamtliche Fahrer holen Senioren oder mobilitätseingeschränkte Menschen an der Haustür ab und bringen sie wieder nach Hause. „Das ist ein tolles Angebot“, sagt Bürgermeisterin Emily Weede, „wir sind eine Flächengemeinde, wo der ÖPNV nicht das Mittel der Wahl ist, wenn man nicht mehr gut zu Fuß ist“.
Das Angebot ist kostenlos, einen Tag vorher muss der Bus telefonisch bestellt werden. Für die Planung hat die Gemeinde eine Teilzeitkraft angestellt. Die Anschaffung der zwei Busse wurde gefördert, der Betrieb kostet die Gemeinde jährlich 20.000 Euro. „Das muss nun anlaufen, auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, meint Weede. Es sei als dauerhaftes Projekt angelegt, das später in einen Verein übergehen soll.
„Ich finde das hervorragend“, sagt Günter Thonfeld, Ortsbürgermeister der Seevetaler Ortsteile Over, Bullenhausen und Groß-Moor und erster Fahrgast. „Das trägt sehr gut zur Vernetzung der Ortsteile bei, man kann Menschen weiter weg besuchen, wo man sonst Schwierigkeiten hätte hinzukommen“, findet der 79-Jährige.
In Niedersachsen gibt es weitere ähnliche Angebote, etwa in den Samtgemeinden Hambergen (Landkreis Osterholz) und Werlte (Landkreis Emsland). Das landesweite Beratungsprojekt „Bürgerbusse Niedersachsen“ betreut die Agentur Landmobil. Die Agentur hat seit 2010 bundesweit rund 80 Bürgerbusse neu auf die Straße gebracht. Zielgruppe sind vor allem ältere Menschen, die in kleineren Orten oder Dörfern ohne eigene Nahversorgung leben.