Belästigungsprozess Depardieu-Konzert auf Rügen kurzfristig abgesagt
Gérard Depardieu sollte trotz des gegen ihn laufenden Prozesses in Frankreich nach Putbus auf Rügen kommen, um dort zu singen. Doch daraus wird nichts - was wohl auch den Veranstalter überrascht.

Putbus auf Rügen - Ein Konzert mit Gérard Depardieu im Theater Putbus auf der Insel Rügen ist kurzfristig abgesagt worden. Nach Darstellung des Theaters darf er nicht aus Frankreich ausreisen, wo derzeit ein Prozess wegen sexueller Übergriffe gegen ihn läuft. Eine Bestätigung von Depardieus Management gab es dazu auf dpa-Anfrage zunächst nicht. Zuvor hatte die „Ostsee Zeitung“ berichtet.
Ursprünglich war das Konzert für Freitagabend geplant. Erst am Donnerstagnachmittag habe man von dem Ausreiseverbot erfahren, sagte der Leiter des Theaters Potbus, Peter Gestwa. „Es kam die Überraschung, dass die Staatsanwaltschaft aufgetaucht ist und seine Pässe haben wollte“, sagte er. Damit habe man nicht gerechnet. Der Saal sei ausverkauft gewesen.
Frauen werfen Depardieu sexuelle Übergriffe bei Dreharbeiten vor
Zwei Frauen - eine Dekorateurin und eine Regieassistentin - werfen dem Schauspieler vor, sie 2021 während Dreharbeiten unsittlich an Po, Brüsten und Intimbereich angefasst zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, die mit einer dreijährigen Bewährungsauflage verbunden ist. Demnach müsste der Schauspieler nicht ins Gefängnis, wenn er sich an Auflagen hält. Depardieu bestreitet die Vorwürfe. Das Gericht will sein Urteil in dem Fall am 13. Mai sprechen.