Neuendorf mit klarer Haltung DFB-Chef: Mehr Selbstverständlichkeit bei Olympia-Bewerbung
Während der DFB die Männer-EM 2024 ausgerichtet hat und in drei Jahren die Frauen-EM veranstaltet, gibt es stets Diskussionen um eine deutsche Olympia-Bewerbung. Der DFB-Präsident versteht das nicht.

Hamburg - DFB-Präsident Bernd Neuendorf kann die kritischen Diskussionen um eine deutsche Bewerbung für die Olympischen Spiele nicht nachvollziehen. „Ich verstehe es nie so ganz. Wenn man sich um ein großes Fußball-Turnier bewirbt, ist es in Deutschland nie ein Thema“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes bei der Sportbusiness-Konferenz SpoBis in Hamburg. „Das ist selbstverständlich, da ist es großartig, dass man sich bewirbt.“
Es gebe keine Debatte über Volksabstimmungen oder sonst irgendwas. „Nur bei Olympia. Und richtig verstehen, tue ich das nicht“, meinte er weiter. „Ich finde es immer begeisternd, Olympia zu sehen, sei es in Paris oder anderswo“, sagte der 64-Jährige. „Und ich würde mir wünschen, dass das, was für den Fußball gilt, nämlich diese Selbstverständlichkeit, dass wir so etwas nach Deutschland holen, auch für die Olympischen Spiele gilt.“
Fast alle Olympia-Kandidaten befragen Bevölkerung
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will im September entscheiden, mit welchem Kandidaten er in die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 geht. München, Hamburg, Berlin und die Region Rhein-Ruhr mit der Kernstadt Köln bewerben sich um die deutsche Kandidatur.
Die Bevölkerung in München hat sich schon mit großer Mehrheit für Olympia ausgesprochen. In Hamburg findet am 31. Mai ein Referendum statt. In Nordrhein-Westfalen wird am 19. April in Bürgerentscheiden die Bevölkerung befragt. Berlin plant kein Referendum. In den vergangenen Jahren waren deutsche Olympia-Bewerbungen immer wieder am Votum der Bevölkerung gescheitert. Zuletzt fanden Olympische Spiele 1972 in München statt.