Tod einer 16-Jährigen Fall Liana - Hauptverhandlung voraussichtlich Ende Februar
Der Tod der 16-jährigen Liana aus Thüringen am Bahnhof in Friedland sorgt bundesweit für Bestürzung. Im Innenausschuss des niedersächsischen Landtags wird klar, wie es im Verfahren weitergehen könnte.

Hannover - Nach dem Tod der 16-jährigen Liana in Friedland dürfte die Hauptverhandlung gegen den mutmaßlichen Täter voraussichtlich in der letzten Februarwoche beginnen. Das sagte eine Expertin des niedersächsischen Justizministeriums im Innenausschuss des Landtags in Hannover. Im Zustand der Schuldunfähigkeit soll der Mann die 16 Jahre alte Auszubildende aus Geisleden in Thüringen am Bahnhof in Friedland getötet haben.
Während die Jugendliche am 11. August 2025 auf dem Bahnsteig auf ihren Zug wartete und telefonierte, soll der verdächtige Iraker sie gegen einen mit Tempo 100 durchfahrenden Güterzug gestoßen haben. Bei dem 31-Jährigen wurde paranoide Schizophrenie festgestellt.
Nach Angaben der Mitarbeiterin des Justizministeriums erlitt das Opfer ein Schädelhirntrauma und war sofort tot. Laut Staatsanwaltschaft Göttingen ist ein Unglücksfall etwa durch die Sogwirkung des Zuges auszuschließen. Die Spuren sprächen zudem für einen „Körperkontakt von gewisser Intensität“, sagte die Mitarbeiterin des Justizministeriums.
Zum Tatzeitpunkt schuldunfähig
Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft Göttingen wurde keine Anklage erhoben, sondern ein Sicherungsverfahren beantragt. Die entsprechende Antragsschrift wurde wegen Totschlags beim Landgericht Göttingen eingereicht. Der 31-Jährige war wegen des Tatverdachts Ende August vorläufig festgenommen worden und befindet sich seitdem im Maßregelvollzugszentrum Moringen.
Das Mädchen war 2022 mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen - und beschäftigt auch die Politik, weil der ausreisepflichtige Iraker nach den europäischen Asyl-Regeln eigentlich schon Monate vor der Tat von Deutschland nach Litauen hätte gebracht werden sollen.