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Prozessauftakt Familienstreit eskaliert - Prozess gegen fünf Männer startet

Nach einem Messerangriff in einer Hamburger Tankstelle stehen fünf Männer vor Gericht. Das Opfer überlebte schwer verletzt, leidet aber bis heute unter den Folgen – jetzt beginnt der Prozess.

Von dpa 13.02.2026, 13:41
Bei dem Angriff wurde ein 29-Jähriger lebensgefährlich verletzt, der bis heute unter den Folgen leidet.
Bei dem Angriff wurde ein 29-Jähriger lebensgefährlich verletzt, der bis heute unter den Folgen leidet. Marcus Brandt/dpa

Hamburg - Mehr als zwei Jahre nach einem brutalen Messerangriff auf einen heute 29-Jährigen in einer Tankstelle in Hamburg-Billstedt müssen sich fünf Männer vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Drei von ihnen im Alter von 30, 37 und 41 Jahren wird laut Anklage gemeinschaftlicher versuchter Totschlag in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Ein 35-Jähriger soll Beihilfe geleistet haben, einem 33-Jährigem wird eine gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Am frühen Abend des 3. Januar 2024 sollen die fünf Angeklagten ihr Opfer in Billstedt getroffen und angegriffen haben. Hintergrund der Attacke ist laut Staatsanwaltschaft ein seit längerem andauernder Streit zwischen der Familie des 29-Jährigen und der Familie des 30- und des 41-Jährigen. Die beiden Männer sind Deutsche, in der Türkei geboren und wohnen in Lüneburg. Die anderen drei Männer sind Türken und wohnen in Dortmund und Winsen an der Luhe in Niedersachsen.

Ein 30-Jähriger soll auf das Opfer eingestochen haben 

Als das 29-jährige Opfer in den Verkaufsraum einer Tankstelle flüchtete, sollen ihm die Angeklagten gefolgt sein. Zunächst sollen sie ihr Opfer getreten und geschlagen haben. Kurz darauf betrat der 30-Jährige laut Staatsanwaltschaft mit einem Messer bewaffnet die Tankstelle. Zusammen mit dem 37-Jährigen und dem 41-Jährigen sollen sie den Mann in den hinteren Bereich des Verkaufsraumes gedrängt haben und hielten ihn fest, anschließend soll der 30-Jährige mehrmals auf sein Opfer eingestochen haben.

Der 29-Jährige befand sich laut Staatsanwalt in akuter Lebensgefahr. Er erlitt Stichverletzungen am linken Oberschenkel und am Becken. Infolge eines sauerstoffmangelbedingten Hirnschadens verlor er sein Sprechvermögen nahezu vollständig und leidet seit dem Vorfall an einem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses.

Nach der Verlesung der Anklage beendete der Vorsitzende Richter die Verhandlung. Am nächsten Verhandlungstag könnte sich nach Aussage seines Anwaltes der 30-Jährige zu dem Tatgeschehen äußern. Außerdem sollen dann Videoaufnahmen aus dem Verkaufsraum der Tankstelle gezeigt werden. Das Gericht hat zunächst Verhandlungstage bis Ende Mai angesetzt.