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Kunst Feininger-Museum präsentiert zum 40. Geburtstag neue Werke

Das Feininger-Museum im Harz hat Geburtstag. Seit vier Jahrzehnten begeistern die Ausstellungen Liebhaber moderner Kunst. Im Jubiläumsjahr können diese sich auf mehrere Schauen freuen.

Von dpa 25.02.2026, 04:00
Das Museum Lyonel Feininger eröffnet eine umfassend neu gestaltete Dauerausstellung.
Das Museum Lyonel Feininger eröffnet eine umfassend neu gestaltete Dauerausstellung. Matthias Bein/dpa

Quedlinburg - Das Museum Lyonel Feininger in Quedlinburg im Harz präsentiert anlässlich seines 40. Geburtstages zwei neue Werke des Malers, Grafikers und Bauhaus-Schaffenden Lyonel Feininger (1871-1956). Es handele sich um das „Glasscherbenbild“ von 1927 und um ein Spätwerk, das nach 1937 im Exil in den USA entstanden ist, sagte Museumsdirektorin Adina Rösch der Deutschen Presse-Agentur. Beide Exponate stammen demnach von privaten Leihgebern und werden für einen bislang unbestimmten Zeitraum in die neue Dauerausstellung integriert. „Mensch, Meister, Modernist. Feininger im Fokus“ wird bis zum 11. Januar 2027 präsentiert, wie es hieß.

„Am 30. März wollen wir mit einem Festakt in das Jubiläumsjahr starten“, sagte Rösch. „Dann eröffnen wir auch weitere Ausstellungen in unseren Räumen.“ Dabei legt das nach eigenen Angaben weltweit einzige Museum zu Ehren Feiningers den Fokus auf dessen Verbundenheit und Freundschaft zu dem Kunstsammler Hermann Klumpp (1902-1987). „Ohne ihn hätte es 1986 keine Museumsgründung gegeben“, sagte Rösch. 

Der in New York geborene Feininger verbrachte knapp 50 Jahre seines Lebens in Deutschland. Bis 1932 war er am Bauhaus tätig, fünf Jahre später verließ er Deutschland vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und kehrte mit seiner Familie nach New York zurück. In der NS-Zeit galt seine Kunst als entartet. Dem Quedlinburger Klumpp übergaben die Feiningers ein großes Konvolut an Kunstwerken, die er vor der Vernichtung bewahrte. Am 17. Januar 1986 öffnete die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, um diese Werke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Gruppe der Blauen Vier und Frauen in der Kunst

Teil des Ausstellungsjahres ist ab 31. März auch eine Schau über die 1924 in Weimar gegründete Ausstellungsgemeinschaft „Die Blaue Vier“. „Ihr gehörten Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Alexej von Jawlensky an“, sagte Rösch. „Auch in dieser Exposition zeigen wir seltene Leihgaben.“ 

Ab Mitte August rücken Rösch zufolge die Werke von fünf ostdeutschen Künstlerinnen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Genres in den Mittelpunkt. Der rote Faden in der Schau „Frauen sind ...“ sei Frauen malen Frauen, hieß es. „Frauen sind in den Galerien immer noch untervertreten“, so Rösch. Unter den Gezeigten ist den Angaben zufolge die 1959 geborene Künstlerin Grita Götze, Ehefrau des Malers, Grafikers und Objektkünstlers Moritz Götze. Die Ausstellung „Frauen sind ...“ wird bis Anfang 2027 gezeigt.

Geschichte des Museums als Sonderausstellung

Laut Rösch können sich Besucherinnen und Besucher im Sonderausstellungsbereich auch über die Geschichte des Museums informieren, das heute zur Kulturstiftung Sachsen-Anhalt gehört. Wichtige Punkte in der Chronik sind etwa der Kreistagsbeschluss zur Erweiterung der Galerie 1992 und die Integration in die Stiftung Moritzburg Halle im Jahr 2006. Am 15. März 2007 wurde Björn Egging Direktor. Ihm folgte Anfang 2014 Michael Freitag, der die Galerie grundlegend umbaut. Freitag verließ mit seinem Konzept die monothematische Ausrichtung des Kunsthauses und trieb dessen Umstrukturierung zu einem Museum für grafische Künste voran. 

Seit März 2023 steht die Kunsthistorikerin Rösch an der Spitze des Hauses, das jetzt Museum Lyonel Feininger heißt. Jährlich kommen mehr als 20.000 Gäste.