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Festivals Ferropolis mit ausgebautem Angebot: Von Festivals bis Zirkus

Musik, neue Kulturformate und große Sportevents: Ferropolis bei Gräfenhainichen will 2026 noch mehr Besucher anziehen. Bereits im vergangenen Jahr kamen über 300.000 Menschen in die Baggerstadt.

Von dpa 25.01.2026, 04:00
Auch eine Grillmeisterschaft ist vor der Kulisse ausgedienter Bergbaugroßtechnik schon ausgerichtet worden. (Archivbild)
Auch eine Grillmeisterschaft ist vor der Kulisse ausgedienter Bergbaugroßtechnik schon ausgerichtet worden. (Archivbild) Sebastian Willnow/dpa

Gräfenhainichen - Die Baggerstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen baut ihr Veranstaltungsprogramm weiter aus. „Geplant sind 17 Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Sport und Kultur“, sagte Janine Scharf aus der Geschäftsleitung der Ferropolis GmbH der Deutschen Presse-Agentur. Im Vorjahr waren es zwölf Veranstaltungen; rund 307.000 Menschen besuchten den Angaben zufolge das Areal.

Kurt Weill Fest auch in Ferropolis

Den Auftakt macht am 7. März im Rahmen des Kurt Weill Fests die Schauspielerin Vidina Popov. Im Veranstaltungsraum auf dem Absetzer Medusa gastiert sie mit ihrer One-Woman-Show „Ich bin Bulgare?!“. Geboten werden Theater, Stand-up-Comedy und Balkan-Soul-Musik. Musikalisch begleitet wird Popov von Gitarrist Mark Badur.

Am 11. April steht die Veranstaltung „Bagger im Licht“ auf dem Programm, gefolgt vom „Tag der Industriekultur“ am 12. April. Die Großgeräte werden dabei illuminiert. Geplant sind Führungen, außerdem zeichnet der Experimentierraum „Kohlekompass“ den Weg von der Braunkohleförderung bis zur heutigen Festivalnutzung des Geländes nach.

Ein großer Flohmarkt mit privaten und gewerblichen Händlern findet am 9. und 10. Mai statt. Zu Christi Himmelfahrt am 14. Mai 2026 wird auf dem Gelände ein Gottesdienst für Christen aus der Region angeboten.

Luftakrobatik unter Baggern

Sportlich wird es vom 29. bis 31. Mai beim „Neuseenman Triathlon“ 2026. Mit der „Aerial Circus Convention“ bringt Ferropolis vom 4. bis 7. Juni ein neues Kulturformat auf das Gelände. Die Veranstaltungsarena soll sich in ein internationales Zentrum für Luftakrobatik und zeitgenössischen Zirkus verwandeln. Geplant sind mehr als 15 Workshops, bis zu zehn Shows sowie offene Trainingsangebote. Erwartet werden rund 400 Artistinnen und Artisten aus ganz Europa.

Musik, Autos und Camping

Zu den großen Festivalhöhepunkten zählen erneut das HIVE Festival (19. bis 21. Juni), das Splash!-Festival (2. bis 4. Juli) als größtes deutsches Hip-Hop-Festival sowie das Whole Festival (17. bis 20. Juli), das sich der queeren elektronischen Underground-Szene widmet.

Vom 6. bis 9. August können Besucher beim „The Real Life Guys – Macher Festival“ handwerkliche Fähigkeiten ausprobieren. Beim „Iron Drift King“ treten vom 13. bis 15. August internationale Profis im Driftwettbewerb gegeneinander an.

Für Caravan- und Campingfans ist das „Vanlife Festival“ vom 20. bis 23. August fest eingeplant. Die Auto-Event-Veranstaltung „IronCity“ bietet am 28. und 29. August Tuning-Shows mit rund 650 Fahrzeugen aus ganz Europa.

Kirchenliederfest zu Ehren von Paul Gerhardt

Den Spätsommer beschließt am 12. September die Feuerwerksshow „Pyro Games“ mit Feuer, Laser, Licht und Musik. Am 20. September ist ein Fest anlässlich des 350. Todestages des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt (1607–1676) geplant. Der bedeutende deutschsprachige Kirchenliedautor wurde in Gräfenhainichen geboren.

Auch Camping unter Baggern möglich

Zur Erhaltung der denkmalgeschützten Großgeräte sollen in diesem Jahr die Schwellen erneuert werden, auf denen der Absetzer „Gemini“ steht. Seit 2020 sind Übernachtungen unter den Baggern möglich. Im vergangenen Jahr nutzten rund 4.700 Gäste die zeitlich begrenzten Stellplätze. Wegen der hohen Nachfrage soll das Angebot „Camping am See“ ausgebaut werden.

Ferropolis bildet seit der Weltausstellung Expo 2000 mit drei ehemaligen Tagebaubaggern und zwei Absetzern die Kulisse für Konzerte und Großveranstaltungen. Die bis zu 30 Meter hohen Geräte gelten als Zeitzeugen der ostdeutschen Industriegeschichte. Auf dem Gelände wurde von 1964 bis 1991 im Tagebau Golpa-Nord Braunkohle gefördert, nach der Stilllegung begann die Sanierung und Umnutzung des Areals.