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DFB-Pokal Fokus auf den Aufstieg: Hertha will im Mai trotzdem feiern

Nach einem Elfmeter-Drama platzt Herthas Traum vom Pokalfinale daheim. Fabian Reese schaltet schnell in den Angriffsmodus. Noch ist die Party im Olympiastadion möglich - mit einem anderen Motto.

Von Jordan Raza, dpa 11.02.2026, 10:54
Nach seinem vergebenen Elfmeter wird Pascal Klemens von seinen Mitspielern getröstet.
Nach seinem vergebenen Elfmeter wird Pascal Klemens von seinen Mitspielern getröstet. Andreas Gora/dpa

Berlin - Wie ein Häufchen Elend kauerte Pascal Klemens kurz vor Mitternacht im Strafraum. Mit dem Gesicht auf dem nassen Rasen prügelte Herthas Pechvogel nach dem vergebenen Elfmeter auf den Rasen ein. Auch im 41. Anlauf platzte der Traum der Berliner Fußballprofis vom Pokalfinale im eigenen Stadion zwei Schritte vor dem großen Ziel. 

„Wir bauen den Jungen auf, es ist sicherlich keine leichte Situation für ihn. Wir fangen das auf als Team. Es ist natürlich trotzdem sehr traurig, dass wir dadurch nicht weitergekommen sind“, sagte Kapitän Fabian Reese nach einem denkwürdigen Pokal-Viertelfinale gegen Bundesligist SC Freiburg. 

Während die Freiburger um Pokalheld und Elfmeter-Killer Florian Müller zur eigenen Kurve rannten und von den Fans mit Bengalos und Gesängen frenetisch empfangen wurden, standen die niedergeschlagenen Spieler des Fußball-Zweitligisten wie versteinert vor ihren Anhängern. „In mir ist gerade viel Leere“, berichtete Torhüter Tjark Ernst, der sich wie seine Mitspieler in ein Handtuch einhüllte und das Stadion so schnell wie möglich verlassen wollte. 

Steigt doch eine Party im Olympiastadion?

Es war kurz nach Mitternacht, als Trainer Stefan Leitl als einer der ersten das dramatische XXL-Viertelfinale gegen den Bundesligisten zumindest verbal hinter sich ließ, in den Angriffsmodus schaltete und sein Team auf die Wochen der Wahrheit einschwor. „Wir haben ein großes Ziel. Wenn wir das alle sieben Tage hinbekommen, was die Freiburger alle drei Tage schaffen, haben wir eine realistische Chance, unseren Traum Mitte Mai zu leben“, versprach Leitl.

Das Pokalfinale daheim am 23. Mai werden die Blau-Weißen nur als Zuschauer verfolgen. Nach dem bitteren Pokalabend richtet sich der Fokus aber voll und ganz auf den Sonntag davor. Denn dann steigt der letzte Spieltag in der Liga und Hertha will die Rückkehr in die Bundesliga feiern. Aktuell liegt der Hauptstadt-Club auf Tabellenplatz sechs, sechs Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Vielleicht feiert Hertha in drei Monaten also doch eine Party im Olympiastadion. Nur mit einem anderen Motto.

Mental regenerieren: Hertha-Profis bekommen frei

Auch wenn das dramatische Pokal-Aus schmerzt, dient es zugleich als Mutmacher für kommende Aufgaben. „Ich würde die letzten fünf Minuten ausklammern. Sonst muss ich gar nichts verdrängen. Wir haben eine unglaubliche Leistung gebracht. Wir haben eine sehr gute Energie entfacht, die wir uns als Benchmark setzen müssen für die nächsten Wochen“, appellierte Kapitän Reese an seine Teamkollegen. 

Die Entscheidungswochen starten für die Berliner mit dem Heimspiel am Samstag gegen den unmittelbaren Aufstiegskonkurrenten Hannover 96. Reichen drei Tage Pause, um den Pokalabend aus den Köpfen zu bekommen? 

„Wir müssen nicht nur physisch regenerieren, sondern mental auch. Wir werden morgen definitiv frei machen, dass die Jungs mal den Kopf freibekommen“, kündigte Leitl an und erhielt für diese Maßnahme den Zuspruch seines Führungsspielers: „Wir müssen die 120 Minuten aus den Beinen bekommen und am Samstag die Elf auf das Feld schicken, die bereit ist, ein Feuerwerk abzubrennen“, sagte Reese.