Bayerische Alpen

Frau stirbt bei Flutwelle in Höllentalklamm

Nun gibt es traurige Gewissheit: Eine Frau ist nach der Flutwelle in der Höllentalklamm nahe der Zugspitze in den Fluten ertrunken. Helfer suchen nach einem weiteren Vermissten.

Von dpa 17.08.2021, 13:23 • Aktualisiert: 17.08.2021, 14:46
Einsatzkräfte der Wasserwacht suchen den Hammersbach und den Uferbereich ab.
Einsatzkräfte der Wasserwacht suchen den Hammersbach und den Uferbereich ab. Lennart Preiss/dpa

Grainau - Eine Frau ist nach der Flutwelle in der Höllentalklamm an der Zugspitze tot aus den Fluten geborgen worden. Retter suchen nun nach einem weiteren Vermissten. Angesichts der Zeit und der Lage in der Klamm schwindet die Hoffnung, die Person lebend zu retten.

Acht Menschen waren am Montag nach dem Unglück weitgehend unverletzt aus der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkrichen gerettet worden. Die beiden zuletzt noch Vermissten hatten laut Polizei auf einer Holzbrücke über dem Hammersbach am oberen Ausgang der Klamm gestanden - die Beamten bezogen sich auf Augenzeugen. Die Brücke wurde demnach von der Flutwelle weggerissen.

Die Staatsanwaltschaft München II habe Vorermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob eine Straftat im Raum stehe, sagte die Sprecherin der Behörde, Andrea Mayer. Im Raum stehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Gegen konkrete Personen richteten sich die Überprüfungen bisher aber nicht.

Noch immer viel Wasser in der Klamm

Bei der toten Frau handele es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine der beiden vermissten Personen, sagte ein Polizeisprecher. Die Identität der Frau war zunächst unklar. Sie war gegen 8.30 Uhr leblos im Wasser gesichtet worden. Einsatzkräfte der Canyoning-Gruppe von Bergwacht und Polizei bereiteten daraufhin ihren Einsatz vor und bargen den Körper aus dem Wasser.

Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Die weiteren Untersuchungen zur Identität und zu den Todesumständen übernehmen Beamte der Kriminalpolizei.

Ein Polizeihubschrauber und Drohnen unterstützen am Dienstagvormittag die Suche und sicherten Helfer ab. Am Montagabend war eine Mure am Eingang der Klamm niedergegangen. Auch am Dienstag führte die Klamm viel Wasser - ein nicht ungefährlicher Einsatz. Die Retter waren laut Polizei teils mit Fahrzeugen in die Nähe von oberhalb der Klamm liegenden Hütten gelangt, um von dort aus weiter vorzudringen.

Dutzende Kräfte waren auch am Dienstag im Einsatz - am Vortag waren es mehr als 150 Helfer gewesen. Auf Brücken unterhalb der Klamm und auch entlang der Loisach, in die der Hammersbach mündet, wurde nach Hinweisen wie Kleidungsstücken Ausschau gehalten.

Ungewöhnlich starker Anstieg des Baches

Dem Vernehmen nach überraschte die Wucht der Flutwelle auch Ortskundige und Einheimische. Der rasante Anstieg des Baches sei nicht üblich. Regen ist zudem in den Bergen nicht unbedingt ein Grund, auf einen Ausflug zu verzichten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Sonntagnachmittag vor unwetterartigen Entwicklungen im Alpenraum gewarnt. In der Nacht zum Montag sei eine Vorabinformation für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit der Möglichkeit von bis zu 40 Litern Regen pro Quadratmeter und Stunde herausgegeben worden. Im Laufe des Montagnachmittags sei dann vor starken Regenfällen und Gewittern mit geringeren Regenmengen von bis 25 Litern gewarnt worden.

Nach der Flutwelle saßen zunächst mehrere Dutzend Menschen in oberhalb gelegenen Hütten - den Knappenhäusern und der Höllentalangerhütte - fest. Von dort brachten Helfer der Bergwacht am Dienstag 108 Menschen sicher ins Tal.

Der Hammersbach am Ausgang der Höllentalklamm.
Der Hammersbach am Ausgang der Höllentalklamm.
Lennart Preiss/dpa
Einsatzkräfte der Wasserwacht in Grainau.
Einsatzkräfte der Wasserwacht in Grainau.
Lennart Preiss/dpa
Retter stehen nach der Flutwelle in der Höllentalklamm bereit, um im Notfall Opfer aus dem Fluss Hammersbach zu bergen.
Retter stehen nach der Flutwelle in der Höllentalklamm bereit, um im Notfall Opfer aus dem Fluss Hammersbach zu bergen.
Peter Kneffel/dpa
Die Höllentalklamm bleibt vorerst gesperrt.
Die Höllentalklamm bleibt vorerst gesperrt.
Lennart Preiss/dpa