Brasilien

Goldgräber attackieren Indigene und Sicherheitskräfte

Der Konflikt zwischen Indigenen und illegalen Goldgräbern im Norden Brasiliens spitzt sich weiter zu. Bei einer Attacke gegen Einrichtungen der Munduruku wurden mehrere Personen verletzt.

Von dpa
Einem Bericht zufolge zerstört der illegale Abbau von Gold zunehmend Indigenen-Gebiete im Norden Brasiliens.
Einem Bericht zufolge zerstört der illegale Abbau von Gold zunehmend Indigenen-Gebiete im Norden Brasiliens. Lucas Dumphreys/AP/dpa/Archiv

Jacareacanga - Beim bewaffneten Kampf um Land im Norden Brasiliens haben illegale Goldgräber nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation erneut Indigene und Sicherheitskräfte angegriffen.

Dies geht aus einer Mitteilung des „Instituto Socioambiental“ (ISA) von gestern hervor. Demnach wurde das Haus der indigenen Anführerin Maria Leusa Munduruku angezündet und das Dorf Fazenda Tapajós bei Jacareacanga im Bundesstaat Pará beschossen. Die Attacke ist laut der Mitteilung eine Vergeltungsmaßnahme für den Einsatz der Sicherheitskräfte gegen den illegalen Goldabbau in den indigenen Gebieten der Munduruku in der Gegend.

Goldgräber und Indigene verletzt

Zuvor hatten die sogenannten Garimpeiros in dem zunehmend eskalierenden Konflikt bereits versucht, in den Stützpunkt der Polizei einzudringen und Fahrzeuge zu zerstören. Den Polizisten gelang es, die Angreifer mit Tränengas zu vertreiben. Mindestens zehn Goldgräber und einige Indigene wurden dem Nachrichtenportal „G1“ zufolge verletzt.

Die Munduruku, die als eines der kriegerischsten Völker der Region gelten, drangen im 18. Jahrhundert an den Rio Tapajós, einen der größten Nebenflüsse des Amazonas, vor. Heute kämpfen sie gegen Goldsucher, die den Fluß mit Quecksilber verseuchen, und andere Eindringlinge in der „Mundurukânia,“ als die die Region des Tapajós-Beckens bekannt ist.

Interne Konflikte wegen Goldgräber-Arbeit

Rund 14.000 Munduruku leben in der Gegend, 8000 von ihnen in zwei indigenen Gebieten bei Jacareacanga. Im Westen des brasilianischen Bundesstaates Pará konzentriert sich mit rund 200 „Garimpos“ auch die illegale Goldsuche im brasilianischen Amazonasgebiet. Einige Indigene arbeiten auch in Goldgruben auf Munduruku-Gebiet, was zu internen Konflikten führt.

Ein Richter am Obersten Gerichtshof in Brasília hatte am Montag bestimmt, dass die brasilianische Regierung alles tun müsse, um die Sicherheit der indigenen Gebiete der Yanomami und Munduruku zu garantieren. „Garimpeiros“ hatten zuletzt bereits bei den Yanomami Indigene und Polizei angegriffen. Mindestens fünf Menschen - vier Goldgräber und ein Indigener - wurden dabei durch Schüsse verletzt.