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Fußball-Bundesliga Guirassy-Doppelpack rettet BVB gegen Union

Torjäger Guirassy und Neuzugang Anselmino sind die Lichtblicke bei Borussia Dortmund beim Heimsieg gegen Union Berlin. Ansonsten gibt es aber noch viel Steigerungspotenzial.

Von Carsten Lappe, dpa Aktualisiert: 31.08.2025, 19:52
Serhou Guirassy bejubelt mit Sturmpartner Maximilian Beier seine Führung.
Serhou Guirassy bejubelt mit Sturmpartner Maximilian Beier seine Führung. Federico Gambarini/dpa

Dortmund - Serhou Guirassy schlenderte zufrieden auf seinen gelben Socken über den Rasen des Dortmunder Stadions. Auf den Torjäger war beim BVB mal wieder Verlass. Mit zwei Toren avancierte Guirassy beim 3:0 (1:0) gegen Union Berlin einmal mehr zum Matchwinner und bewahrte den BVB vor einem Bundesliga-Fehlstart.

„Wir mussten eine Reaktion nach dem schlechten Spiel in St. Pauli zeigen. Vor unseren Fans ist es einfacher zu spielen. Wir haben uns den Sieg zu 100 Prozent verdient. Wir haben unser Spiel gemacht. Es war ein gutes Spiel, so müssen wir weitermachen“, sagte Guirassy, der in der 44. und 58. Minute traf, bei DAZN. Der eingewechselte Felix Nmecha machte alles klar (81.). 

Noch kein Berliner Punktgewinn in Dortmund

Berlin war unterdessen erneut ein gerngesehener Gast. Bislang gaben die Westfalen im eigenen Stadion noch nie einen Punkt in einem Bundesligaspiel gegen die Köpenicker ab, die auch diesmal wieder extrem harmlos blieben und aus dem Spiel heraus kaum zu Torchancen kamen. Und Guirassy bekam Union einfach nicht in den Griff. „Dortmund ist eine unglaublich starke Mannschaft, vor allem zu Hause. Guirassy ist ein Topspieler, den kann man nicht immer wegverteidigen“, meinte Christopher Trimmel.

Trotz des am Ende klaren Sieges blieb das Team von Trainer Niko Kovac, das am ersten Spieltag eine 3:1-Führung beim FC St. Pauli (3:3) noch verspielt hatte, aber noch vieles schuldig. Ohne viel Tempo und Dynamik taten sich die Dortmunder diesmal sehr schwer. 

Starkes Anselmino-Debüt

Angesichts der Personalprobleme in der Dortmunder Abwehr kam der vom FC Chelsea ausgeliehene Aarón Anselmino sogleich zu seinem Startelfdebüt. Der Argentinier war erst in den vergangenen Tagen verpflichtet worden. Er musste wegen der Ausfälle von Emre Can, Nico Schlotterbeck und Niklas Süle (alle verletzt) sowie Filippo Mane (Rotsperre) sogleich ran und war einer der wenigen Lichtblicke im Dortmunder Spiel.

Der 20 Jahre alte Innenverteidiger war einer von drei neuen Spielern, die Kovac im Vergleich zum enttäuschenden Spiel zum Bundesliga-Auftakt neu in die Mannschaft berufen hatte. Angreifer Fábio Silva dagegen, der Ende der Woche für 20 Millionen Euro von den Wolverhampton Wanderers verpflichtet worden war, stand noch nicht im Kader. „Er wird in den kommenden zwei Wochen intensiv arbeiten“, sagte Kovac vor dem Spiel bei DAZN zur anstehenden Länderspielpause. Demnach leidet der Portugiese noch an Adduktorenproblemen. 

Anders als beim furiosen 6:0 gegen Union im Frühjahr kam das Spiel des BVB diesmal nicht recht in Fahrt. Erster Aufreger im Spiel war ein heftiger Zusammenstoß nach einer guten Viertelstunde zwischen Jobe Bellingham und Berlins Andrej Ilic, der nach minutenlanger Behandlungspause anschließend mit einem Kopfverband weiterspielte.

Guirassy erst unglücklich, dann spielentscheidend

Die große Chance zur Dortmunder Führung resultierte aus einem krassen individuellen Fehler von Unions Tom Rothe, der einen zu kurzen Rückpass auf Torhüter Frederik Rönnow spielte. Guirassy lief dazwischen und alleine auf Rönnow zu, vergab hier aber noch kläglich. Schon kurz zuvor hatte der Torjäger eine gute Chance allzu leichtfertig vergeben. 

Kurz vor der Halbzeitpause durfte Guirassy dann aber doch noch jubeln, als er eine gute Hereingabe von Yan Couto nach dessen toller vorherigen Einzelleistung verwandelte und sich dabei im Zweikampf gegen Leopold Querfeld durchgesetzt hatte. Damit war die erste Halbzeit zumindest vom Ergebnis her gerettet und dem BVB blieb womöglich ein Pfeifkonzert erspart.

 

Auch nach der Pause kamen die Dortmunder schlecht ins Spiel und kassierten nach einer Ecke beinahe den Ausgleich. BVB-Keeper Gregor Kobel entschärfte einen Kopfball von Ilic aber glänzend (47.). Es war eine der wenigen gefährlichen Aktionen der Gäste im gesamten Spiel. 

Trotz Gerüchten: Beier spielt, aber enttäuscht

Elf Minuten später sorgte das 2:0 endlich für Ruhe. Per Lupfer nach Zuspiel von Maximilian Beier überwand Guirassy Rönnow erneut. Guirassys Sturmpartner stand etwas überraschend in der Startelf, nachdem es in den vergangenen Tagen noch Wechselgerüchte um Beier gegeben hatte. Der 22-Jährige spielte von seiner Torvorlage abgesehen aber unglücklich. Für die endgültige Entscheidung sorgte dann Nmecha, der kurz zuvor erst eingewechselt worden war.