Theater

Höllenfahrt als Hommage an Dostojewski: Premiere in Cottbus

Von dpa 23.09.2021, 10:51 • Aktualisiert: 25.09.2021, 08:21

Cottbus - Seine Werke gehören zur Weltliteratur: Fjodor Dostojewski (1821-1888), einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller, wird in diesem Jahr 200 Jahre alt. Am kommenden Samstag (25.9.) hat am Staatstheater Cottbus das Projekt „Catabasis.Dämonen“ von Boris Yukhananov und Ruth Heynen Premiere - eine radikale Hommage an den Dichter. Die Aufführung ist eine Veranstaltung innerhalb des Lausitz Festival 2021.

Eine „Catabasis“ (Höllenfahrt) müssen die Figuren im Roman „Die Dämonen“ von Dostojewski unternehmen, da sie von einer unbekannten dämonischen Macht erfasst wurden. Innerhalb weniger Tage wird eine verschlafene Provinzstadt zu einer wahren Filiale der Hölle. Wie Dostojewski sie im Jahre 1872 beschreibt, ist die Hölle ein groteskes, prophetisches Miniaturbild der politischen, ideologischen und menschlichen Katastrophen des 20. Jahrhunderts.

Regisseur Boris Yukhananov, Intendant des Stanislavsky Electrotheatre Moskau und Leiter der Regieschule MIR, nennt sein Projekt „eine dynamische Installation“, in der Musik, Tanz, Schauspiel und bildende Kunst zusammenkommen. Texte und Figuren von Dostojewski werden mit einer neuen Optik konfrontiert. „Ich möchte Dostojewski nicht inszenieren, weil Dostojewski selbst keine Theaterstücke, sondern Romane geschrieben hat. Wir führen diesen Roman nicht auf, wir spielen mit ihm“, so der Regisseur und Pädagoge.

Nach Angaben des Staatstheaters ist Yukhananov bekannt für seine prozesshaften Theaterarbeiten. Der Regisseur stellt die vielschichtigen Themen und Motive aus den „Dämonen“ der heutigen Welt gegenüber. Das Stanislavsky Electrotheatre ist das ehemalige Studio des bekannten Theaterreformers Konstantin Sergejewitsch Stanislawski (1863-1938). Seit 2014 ist Yukhananov dort künstlerischer Leiter.