Offenbach (dpa) - Wenige Tage vor dem kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni zeigt sich das Wetter in Deutschland launisch. Schwüle Hitze wechselt mit krachenden Gewittern.

Während in einigen Regionen die Keller volllaufen, plagen sich andere mit anhaltender Trockenheit. In der kommenden Woche wird sich daran nichts Wesentliches ändern: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vom Sonntag startet die neue Woche sonnig, warm und trocken. Ab Mittwoch kann es dann wieder kräftig krachen.

"Die warme Meeresluft trocknet immer mehr ab, so dass sich zu Beginn der neuen Woche oft die Sonne zeigt", sagte die Meteorologin Jacqueline Kernn. Kleinere Quellwolken bleiben demnach meist harmlos, lediglich über den Bergen sind einzelne Schauer oder kurze Gewitter möglich. Die Temperatur steigt auf bis zu 29 Grad am Montag und 31 Grad am Dienstag. Nur auf den Inseln und im Bergland ist es etwas kühler.

Am Mittwoch nähert sich laut Wetterdienst von Westen her "eine Störung": Im Westen ist das trockene und sonnige Wetter dann schon wieder zu Ende. "Es kann zu kräftigen Gewittern mit Starkregen und Sturmböen kommen", sagte Kernn. Am Donnerstag erwarten die Meteorologen dann auch im Osten teils kräftige Gewitter.

Am Wochenende gab es bereits schwere Gewitter in Teilen des Landes. Am Samstag zog eine schwere Unwetterfront über Mecklenburg-Vorpommern und bescherte der Feuerwehr zahlreiche Einsätze, vor allem um Wasserschäden zu beseitigen. Ein für den Abend in Rostock geplantes Open-Air-Konzert von Mark Forster konnte entgegen erster Befürchtungen stattfinden.

Auch in Baden-Württemberg wütete am Samstagabend ein Sturm: Bei Konstanz am Bodensee legten umgestürzte Bäume Teile des Bahnverkehrs lahm. Mehrere Züge hätten nicht weiterfahren können, teilte die Bundespolizei am Sonntag mit. Und auch über Norddeutschland zog am Samstagvormittag ein Unwetter mit Gewittern und starken Böen hinweg.

In Bayern führten unwetterartige Regenfälle in der Nacht zum Sonntag zu Überschwemmungen in Teilen von Landsberg am Lech. Ein Wohngebiet wurde nach Angaben der Feuerwehr von einer Schlammlawine getroffen. Bis zu 40 Häuser seien betroffen gewesen, bei denen teilweise auch die Keller mit dem Dreck vollgelaufen seien, sagte der Einsatzleiter der örtlichen Feuerwehr. Die verbrachte die Nacht damit, Keller auszupumpen und die Straße vom Schlamm zu säubern.

Ungeachtet der teils kräftigen Gewitter und Regenschauer ist es in einigen Regionen Deutschlands zu trocken. In den Flüssen und Seen Mecklenburg-Vorpommerns etwa fehlt nach dem langen Sommer 2018, dem trockenen Winter und dem sonnenreichen Mai Wasser, die Pegelstände sind sehr niedrig. "An der Müritz haben wir ein historisches Tief. Die lang anhaltende Trockenheit ist wirklich ungewöhnlich", sagt Sebastian Dosch von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Eberswalde, die für die Wasserstraße südlich der Müritz zuständig ist.

In Frankreich starb eine 51-jährige deutsche Urlauberin auf einem Campingplatz der Stadt Taninges nahe dem Genfer See, als ein Baum während eines Sturms auf ihren Wohnwagen stürzte. Das hatte der Radiosender France Bleu auf seiner Webseite berichtet. Am Genfer See kam der Nachrichtenagentur sda zufolge eine Touristin ums Leben, als ein Ausflugsboot bei Sturm kenterte. Woher die Frau stammte, wurde nicht mitgeteilt. Das Unwetter richtete in Genf schwere Schäden an.

Auch in Polen verursachten Gewitterstürme schwere Schäden. Allein von Samstagabend bis Sonntagfrüh musste die Feuerwehr nach eigenen Angaben mehr als tausendmal ausrücken, weil Bäume umgestürzt, Dächer von Häusern gerissen und Keller überflutet waren. Tausende Haushalte waren am Sonntagmorgen noch ohne Strom. Schon am Donnerstag und Freitag hatte es in Polen schwere Unwetterschäden gegeben.

DWD