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Filmfestspiele Maria Schrader über Berlinale-Chefin: „Sie ist die Richtige“

Die Zukunft der Berlinale und ihrer Intendantin Tricia Tuttle stehen bei einer Krisensitzung wieder auf der Tagesordnung. Am Abend davor stärkt Regisseurin Schrader der Festivalchefin den Rücken.

Von dpa 04.03.2026, 00:17
Regisseurin Maria Schrader.
Regisseurin Maria Schrader. Jens Kalaene/dpa

Berlin - Vor einer Krisensitzung zur Zukunft der Berlinale hat sich Regisseurin Maria Schrader hinter Intendantin Tricia Tuttle gestellt und an die Politik appelliert, die Unabhängigkeit des Festivals zu wahren. „Erhalten Sie uns allen die Berlinale und ihre institutionelle Unabhängigkeit mit Tricia Tuttle an ihrer Spitze“, sagte Schrader („She Said“, „Unorthodox“) bei einem Festakt zur Wiedereröffnung des Kinos International in Berlin. 

Sie habe die Festivalleiterin vergangenes Jahr erlebt, als sie selbst in der Jury saß, führte die Schauspielerin (60) aus. Sie könne mit Überzeugung sagen: „Sie ist die Richtige für dieses Amt“. Schrader, die im Kino International eine Auszeichnung überreichte, nutzte die Bühne für einen persönlichen Moment. 

Sie habe am Abend eigentlich an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) herantreten wollen, um ein offenes Gespräch zu suchen. Weimer hatte sich wegen Gesprächen zur Berlinale allerdings für den Abend entschuldigen lassen, wie es während der Veranstaltung hieß. 

Schrader: Politik soll freie Rede schützen

Heute soll bei einer Aufsichtsratssitzung über die Ausrichtung des Filmfestivals und über Tuttle gesprochen werden. Zuvor war heftig über die Zukunft der Intendantin und des Festivals selbst diskutiert worden. Hintergrund ist ein Streit über den Umgang mit dem Nahostkonflikt und einzelne Äußerungen Filmschaffender auf dem Festival. Tuttle hatte in einem dpa-Interview angekündigt, ihre Arbeit fortsetzen zu wollen. 

Schrader, die einen offenen Brief zur Unterstützung Tuttles unterschrieben hatte, appellierte an die Besonnenheit der Politik, „die freie Rede, solange sie sich in den Gesetzen des Rechts bewegt, bedingungslos und ohne Einschränkung zu schützen und zu unterstützen“ und gemeinsame Bühnen offenzuhalten. Zugleich mahnte sie auch mit Blick auf den Nahostkonflikt an, vielfältige Perspektiven zuzulassen. Sie bemühe sich zudem um die klare Unterscheidung von Antisemitismus und Kritik an israelischer Kriegsführung. 

Schrader war zu Gast bei einem Festakt im Kino International, das nach einer umfassenden Generalsanierung nun wieder offiziell geöffnet hat. Das 1963 eröffnete Gebäude - einst das wichtigste Premierenkino der DDR - wurde anderthalb Jahre lang saniert.