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Nahverkehr Ministerin plant Sicherheitskonferenz für den Nahverkehr

Jüngst starb ein Zugbegleiter bei Kaiserslautern nach dem Angriff eines Schwarzfahrers. Insgesamt wird das Klima in Zügen und auf Bahnhöfen rauer. Gibt es Lösungen für Sachsen-Anhalt?

Von dpa 18.02.2026, 11:43
Die Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen steht derzeit im Fokus. (Archivbild)
Die Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen steht derzeit im Fokus. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

Magdeburg - Wie für mehr Sicherheit im Nahverkehr in Sachsen-Anhalt gesorgt werden kann, will Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) in den kommenden Wochen bei einer Konferenz mit Verkehrsunternehmen, Sicherheitsbehörden und Vertretern der Verwaltung besprechen. „Klar ist, dass wir alle Mittel ergreifen müssen, um Gewalt in Zügen Einhalt zu gebieten. Mehr Sicherheitspersonal in den Zügen, Schulungen, technische Vorkehrungen wie Bodycams, zügige Rechtsprechung sind einige davon“, so Hüskens in Magdeburg. 

Konkrete Maßnahmen statt „Papiertiger“

„Manches haben wir schon umgesetzt, anderes würde ich zumindest gerne diskutieren, um zu sehen, ob wir so Sicherheit in den Zügen garantieren können.“ Viele Ideen würden erstmal gut klingen, es müsse aber um konkrete Verbesserungen gehen, nicht um Papiertiger, sagte sie. Deshalb sollten alle Beteiligten an einen Tisch. 

Hüskens sagte, seit mehreren Jahren verschlechtere sich die Stimmung an den Bahnhöfen und in den Zügen. Respektloses Verhalten gegenüber dem Zugpersonal und anderen Fahrgästen, verbale Übergriffe und auch körperliche Gewalt hätten zugenommen. „Andere Formen der Fahrscheinkontrollen könnten hier durchaus zur Deeskalation beitragen.“

Tödlicher Angriff in Rheinland-Pfalz löste Diskussion aus

Die Debatte über Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen wird wieder verstärkt geführt, seit Anfang Februar ein 36-jähriger Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle nahe Kaiserslautern von einem Schwarzfahrer so schwer angegriffen wurde, dass er an den Folgen starb. Diskutiert wird über Schutzmaßnahmen für Bahnpersonal mit Bodycams, Doppelbesetzungen in Regionalzügen und ein fälschungssicheres Deutschlandticket mit Lichtbild. 

Die Deutsche Bahn hatte bereits angekündigt, dass ab März Zugbegleiterinnen und -begleiter nach eigenem Ermessen entscheiden können, ob sie neben dem Ticket auch den Personalausweis kontrollieren. So sollen potenzielle Konfliktsituationen mit Fahrgästen vermieden werden.