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Ende vom Winter Nach dem Frost: Was mit dem Streugut in Sachsen passiert

Streugut schützt vor Glätte, wird aber zur Last nach dem Frost. Trotz großer Mengen auf den Straßen gestaltet sich eine Wiederverwendung schwierig.

Von dpa 01.02.2026, 04:00
Die Stadt Leipzig verwendet sogenannten Blähschiefer zum Streuen. (Symbolbild)
Die Stadt Leipzig verwendet sogenannten Blähschiefer zum Streuen. (Symbolbild) Jan Woitas/dpa

Leipzig - Es knirscht und bröckelt mit jedem Schritt: Mit Schnee und Eis hält auch reichlich Streugut Einzug auf unseren Straßen und Gehwegen. Gestreut wird in den Kommunen Sachsens mit unterschiedlichsten Mitteln - Doch was geschieht nach dem Winter damit?

Granulate gegen das Rutschen

Die größten Kommunen in Sachsen setzen neben Salz, Splitt und Sole auf wärmebehandelte Granulate. In der Stadt Leipzig setzt man zum Streuen vor allem auf sogenannte Blähschiefer, wie die Stadtreinigung auf Anfrage mitteilt. Die Stadt Dresden nutzt hingegen Blähton: „Dieses Material ist besonders griffig und eignet sich sehr gut, um bei winterlichen Glättebedingungen die Verkehrssicherheit auf Straßen und Wegen zu erhöhen“, erklärt Susanne Kirsch von der Stadtreinigung Dresden GmbH. 

Die Stadtreinigung ist für rund 30 Prozent des Winterdienstnetzes in der Landeshauptstadt verantwortlich. Seit dem 28. Dezember 2025 habe sie rund 90 Kubikmeter Blähton auf den Straßen Dresdens verteilt. Das entspricht einem gefüllten 30 Quadratmeter Raum mit drei Meter hohen Decken. 

Wie die Kommunen sind auch Grundstückseigentümer verpflichtet, Gehwege rutschfrei zu halten. Die kommunale Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft setzt hier wie die Landeshauptstadt auf Blähton, wie sie auf Anfrage mitteilt. Nach eigenen Angaben wurden für den Winter rund 40 Kubikmeter des Granulats bestellt. 

Streumaterial wird vielerorts nicht wiederverwendet

Wenn der Frost zu Ende ist, werde das ausgebrachte Streugut durch die reguläre Straßenreinigung maschinell zusammengekehrt, erklären die Stadtreinigungen in Dresden und Leipzig. Wiederverwenden könne man hiervon jedoch nichts.

Durch die Vermischung etwa mit Staub, Laub und Erde verliere der Splitt seine Struktur und Qualität, erklärt die Stadtreinigung Dresden. „Das macht das Aufarbeiten einfach unwirtschaftlich“, sagt die Sprecherin der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft. Die mechanischen Belastungen tun ihr übriges, sodass das Streumaterial nicht mehr verkehrssicher sei, heißt es von der Straßenreinigung in Dresden. 

Wiederverwendung grundsätzlich möglich 

Wie ein Sprecher des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Sachsen mitteilte, ist eine Wiederverwendung des Streuguts zwar prinzipiell möglich. „Vor der Wiederverwendung ist aufgrund der Verunreinigung mit Schwermetallen, Kunststoffen und weiteren Mikropartikeln allerdings eine Aufbereitung des Materials erforderlich“, berichtet Falk Hofer vom Landesamt. Das Landesumweltamt hat keine Informationen, welche sächsischen Kommunen ihr Streugut wiederverwenden.