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Weltausstellung Nach Trump-Ankündigung neue Rufe nach Expo-Bewerbung Berlins

Trumps Plan, die Expo 2035 nach Florida zu holen, sorgt in Berlin für eine heftige Debatte. Was IHK, SPD und Grüne jetzt vom Senat fordern.

Von dpa 23.01.2026, 11:59
Die jüngste Weltausstellung fand 2025 in der japanischen Stadt Osaka statt. (Archivbild)
Die jüngste Weltausstellung fand 2025 in der japanischen Stadt Osaka statt. (Archivbild) Soeren Stache/dpa

Berlin - Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Weltausstellung Expo 2035 nach Florida holen zu wollen, hat eine neue Debatte über eine mögliche Berliner Bewerbung ausgelöst. Die Wirtschaft, aber auch Vertreter von SPD und Grünen fordern, dass Berlin seinen Hut in den Ring wirft. 

„Trumps Ankündigung ist hoffentlich ein Weckruf für Berlin, die eigene zögerliche Haltung zu revidieren“, erklärte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Sebastian Stietzel. „Wenn Berlin seinem Anspruch als Weltmetropole gerecht werden will, muss der Senat Farbe bekennen und in den Wettbewerb einsteigen.“ Eine Expo könne ein „Booster“ sein für Innovation, Infrastruktur und Nachhaltigkeit.

Expo als „Geschichte der Freiheit“?

Auch der SPD-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl im September, Steffen Krach, forderte den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und den schwarz-roten Senat zum Handeln auf. „Die Standortfrage für die Expo 2035 ist über Nacht noch politischer geworden. Soll sie 2035 in der freien Welt oder in der Welt frei nach Donald Trump stattfinden?“, erklärte er.

Nach Meinung von Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch könnte eine Expo Berlins Rolle als „Leuchtturm für Weltoffenheit, nachhaltige Innovation und lebenswerte Zukunft“ unterstreichen. „Kai Wegner riskiert mit seiner Verzagtheit, dass bei der Expo 2035 nun keine Geschichte der Freiheit, sondern eine Geschichte der Dominanz und der brutalen Machtpolitik erzählt wird.“

Für Wegner hat Olympia Priorität

Der Berliner Senat zeigte sich in der Frage einer möglichen Expo-Bewerbung zuletzt uneins. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wie auch Innensenatorin Iris Spranger (SPD) lehnten einen solchen Schritt ab und wollen sich lieber auf eine Olympia-Bewerbung konzentrieren. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hält hingegen beides für machbar.

Senatssprecherin Christine Richter machte auf dpa-Anfrage deutlich, dass sich an Wegners Haltung nichts geändert hat. „Für den Regierenden Bürgermeister hat die Bewerbung um Olympische und Paraolympische Spiele die höchste Priorität.“

Trump will Expo 2035 in Miami

Trump hatte auf der Plattform Truth Social mitgeteilt, dass sich die Vereinigten Staaten um die World Expo 2035 bewerben werden. Ausrichtungsort soll dann Miami im US-Bundesstaat Florida sein. Die Expo 2025 wurde im japanischen Osaka ausgerichtet. Die nächste Weltausstellung ist 2030 in Riad in Saudi-Arabien geplant.