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Bäume für jeden Arena-Auftritt Naturschutz mit Discokugel - Fame Forest wächst

Für jeden Künstler, der in der Barclays Arena auftritt, wird im Norden ein Baum gepflanzt. Manchmal sogar deutlich mehr. Und das schon seit 2019. Das macht mehrere kleine Wälder. Und mehr als das.

Von dpa 02.01.2026, 05:30
Erst Glitzer, Glamour und Nebelmaschine - dann Naturschutz mit einem eigenen Baum im Fame Forest. In und um Hamburg wird für jede Veranstaltung in der Barclays Arena ein Baum gepflanzt. (Archivbild)
Erst Glitzer, Glamour und Nebelmaschine - dann Naturschutz mit einem eigenen Baum im Fame Forest. In und um Hamburg wird für jede Veranstaltung in der Barclays Arena ein Baum gepflanzt. (Archivbild) Christian Charisius/dpa

Hamburg/Himmelpforten/Neversdorf - Mit Smudo und Sasha fing im Herbst 2019 alles an. Sie haben im Hamburger Fame Forest, also im Wald der Berühmten, die ersten Bäume gepflanzt. Und seitdem sind Tausende dazu gekommen. Denn die Barclays Arena pflanzt für jede Veranstaltung einen Baum. 

Die Liste der prominenten Baumpaten ist entsprechend beeindruckend: Udo Lindenberg, die Band A-ha, Lionel Richie, Helene Fischer, Michael Bublé, James Blunt, Sarah Connor, die Band Kiss, Elton John, 50 Cent, Hans Zimmer und so weiter. Sie alle haben nun einen Fame-Forest-Award und einen Baum im Norden.

Schon 30.000 Bäume auf 60 Hektar

Der Fame Forest ist - auch dank weiterer Baumspenden - so schnell gewachsen, dass für das Projekt längst weitere Flächen dazu gepachtet werden konnten. Und so sind in den vergangenen sechs Jahren in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kleine Wälder gewachsen. 

„Mehr als 30.000 Bäume stehen mittlerweile an acht Standorten. Wir haben rund 60 Hektar Fläche und es kommt auch laufend etwas dazu“, sagte Jan Schierhorn, der neben dem Fame Forest auch die Initiative „Das Geld hängt an den Bäumen“ gegründet hat. 

Er hat das Projekt gemeinsam mit der zur Anschutz Entertainment Group (AEG) gehörenden Hamburger Barclays Arena auf die Beine gestellt. Sein Team, darunter viele Menschen mit körperlichen, mentalen oder psychischen Einschränkungen, pflanzt die Bäume - manchmal sogar gemeinsam mit den prominenten Baumpaten. Zuletzt hatte die Band Revolverheld im Fame Forest mit angepackt und „ihren“ Baum in die Erde gebracht. 

Zusammenarbeit mit Förstern, Landwirten, Umweltschützern

In den vergangenen Jahren sind neben den kleinen Mischwäldern aus Wildbuchen, Stieleichen, Apfelbäumen und Holundersträuchern im Rahmen des Umweltschutz-Projektes auch Wildblumenwiesen und Knicks angelegt, Streuobstwiesen gepachtet und gepflegt sowie Nisthilfen für Insekten und Bienenstöcke aufgestellt. Dafür arbeitet das Team auch mit Förstern, den regionalen Wasserversorgern, Landwirten und Umweltschutz-Organisationen zusammen. 

In Brandenburg gibt es - im Zusammenspiel mit den beiden AEG-Arenen in Berlin - mittlerweile auch einen Fame Forest. „Da haben wir bald 1.000 Bäume“, so Barclays-Arena-Sprecher Marc-Oliver Pabst.

Bald Saat-Papier statt Namensschildern an den Bäumen?

Für noch mehr Umweltschutz im Fame Forest soll zudem künftig der Name des Baumpaten oder der Baumpatin auf Samen-Papier gedruckt und an den Baum gehängt werden. „Das Papier mit den eingeprägten Samen darin zerfällt irgendwann, fällt auf den Boden und wird wieder eins mit der Natur“, sagte Schierhorn dazu. Denn aus den heruntergefallenen Samen werden heimische Blumen und das Schild wird damit zu einem Teil des Biotops. Die ersten Tests dafür seien bereits vielversprechend gewesen. 

Das Projekt sei „Naturschutz mit Discokugel“, sagt Jan Schierhorn. Pläne für noch mehr Bäume hat das Projektteam bereits vor Augen. So soll künftig auch gespendetes Becherpfand aus den Arenen für das Pflanzen von Bäumen genutzt werden. 

Schierhorn und Pabst hoffen bei all dem auf Nachahmer-Effekte. „Wir können in Sachen Umweltschutz Leichtigkeit mitbringen und das Thema mit Glamour und Discokugel aufwerten“, sagte Schierhorn. Die Währung sei dabei nicht der Euro. „Sondern das grüne Blatt, das Nachahmen und Mitmachen.“

Atze Schröder hat Witze-Wald mit 10.000 Laubbäumen gespendet

Bei Komiker Atze Schröder hatte die Idee direkt gezündet: Neben seinem Patenbaum hat er 2020 auf eigene Kosten 10.000 weitere Laubbäume im schleswig-holsteinischen Neversdorf pflanzen lassen. „Er hat damit seinen eigenen Witze-Wald“, so Schierhorn. Nun hoffen die Macher, dass die Idee auch über die Ländergrenzen hinaus bei den Arenen dieser Welt Anklang findet.