Landgericht Bremen Neuer Prozess nach Kopfschuss – Angeklagter schweigt
Kopfschuss, widersprüchliche Spuren, ein Mann unter Verdacht: Warum ein Prozess in Bremen jetzt neu aufgerollt werden muss.

Bremen - Hat ein Mann seine damalige Lebensgefährtin mit einem Kopfschuss getötet? Dies soll ein erneuter Prozess vor dem Landgericht Bremen klären, der heute begann. Der 68-jährige Angeklagte schwieg zu Prozessbeginn, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Seine Partnerin starb im Januar 2024 im gemeinsam bewohnten Haus in Bremerhaven.
Der Angeklagte wurde im Januar 2025 wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilt und legte Revision ein. Im Sommer 2025 hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf, daher kommt es nun zu einer neuen Verhandlung.
Was dem Mann vorgeworfen wird
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Totschlag vor. Laut Anklage soll er seine Partnerin erschossen haben. Der Mann wählte damals den Notruf und sagte Rettungskräften, die Frau habe sich selbst erschossen. Im ersten Gerichtsprozess beteuerte er seine Unschuld.
Das Landgericht kam aber zu einem anderen Ergebnis. An den Händen des Opfers habe es nahezu keine Schmauchspuren gegeben, sagte der Richter damals: „Das ist mit einem Suizid nicht vereinbar.“ Auch Blutspuren fanden sich nicht an den Händen des Opfers. Stattdessen gab es Schmauchspuren beim Angeklagten.
Die Verteidigung hofft im neuen Prozess auf einen Freispruch. Ein Urteil könnte Ende April fallen.