Landeshaushalt Sachsen-Anhalt spart 376 Stellen durch Einstellungsstopp ein
Trotz der Nachbesetzungssperre gibt es Ausnahmen: Polizisten, Lehrer und Auszubildende werden weiterhin eingestellt. Wie der Personalbestand des Landes Sachsen-Anhalt aktuell aussieht.

Magdeburg - Das Land Sachsen-Anhalt hat mit einem Einstellungsstopp im vergangenen Jahr rechnerisch 376 Stellen eingespart. Dies führe zu einer deutlichen Entlastung des Landeshaushaltes, ohne dass der Dienstbetrieb erkennbar beeinträchtigt werde, sagte eine Sprecherin von Finanzminister Michael Richter (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. „Es hat sich daher gelohnt, diese Maßnahme zu ergreifen.“
Sachsen-Anhalt hat einen Einstellungsstopp für die Jahre 2025 und 2026 verhängt, um die Personalkosten im Landeshaushalt zu senken. Die Personalkosten sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, sie bewegen sich in Richtung der Marke von fünf Milliarden Euro pro Jahr. Sachsen-Anhalt hat nach Thüringen den höchsten Personalbestand aller Flächenländer bezogen auf die Einwohnerzahl.
Ende 2024 gab es im Land 41.897 sogenannte Vollzeitäquivalente, im November 2025 waren es 41.521. Diese Zahl gibt an, wie viele volle Arbeitsstellen einer bestimmten Arbeitsleistung entsprechen. Teilzeit- und Vollzeitkräfte werden dabei auf eine einheitliche Kennzahl umgerechnet. Dadurch lässt sich der tatsächliche Personaleinsatz vergleichbar darstellen – unabhängig davon, wie viele Stunden einzelne Beschäftigte arbeiten.
Ausnahmen für bestimmte Bereiche
Die Nachbesetzungssperre gilt nicht für alle Bereiche, ausgenommen sind etwa Polizisten und Lehrer. Auch Referendare, Anwärter und Auszubildende können übernommen werden. Im Jahr 2025 kam es in den ersten neun Monaten zu Einstellungen, die 2.157 Vollzeitäquivalenten entsprechen. Wie viel Geld das Land bisher genau eingespart hat, ist noch unklar, da die Zahlen für 2025 nicht abschließend vorliegen. Es dürfte aber ein zweistelliger Millionenbetrag sein.
Justizministerin Franziska Weidinger (CDU) sagte, man sei schon ziemlich eingeschränkt. „Wir kommen sicherlich über die Zeit. Es gibt regelmäßig Quereinsteiger, die bei uns arbeiten wollen, die fachlich wirklich gut sind und uns verstärken würden, zum Beispiel IT-Fachkräfte, Sozialarbeiter oder Tarifbeschäftigte in den Gerichten“, so Weidinger. „Das sind Bereiche, für die wir uns starkmachen trotz Einstellungsstopp.“