Schwimmbad Saison verlängert: Aber neue Rüpeleien im Columbiabad
Immer wieder gibt es in Berliner Bädern Randale - auch am Wochenende. Die allermeisten Gäste wollen aber einfach nur Badespaß und Schwimmvergnügen. Und das geht mancherorts bis in den Herbst.

Berlin - Einige Berliner Freibäder verlängern die Sommersaison bis tief in den Herbst. Im Prinzenbad in Kreuzberg können Schwimmbegeisterte bis einschließlich 30. Oktober im Freien ihre Bahnen ziehen, wie die Berliner Bäder-Betriebe mitteilten. Randale und Konflikte bleiben allerdings ein Thema: Das Columbiabad in Neukölln wurde am Freitagabend abermals wegen Rüpeleien von Jugendlichen geräumt. Danach lief der Badespaß am heißen Wochenende überall vorerst ohne weitere Störung, wie die Polizei am Sonntagmittag mitteilte.
Wegen Gewalt, Rangeleien und renitenten Badegästen war es in diesem Sommer schon mehrfach zu Polizeieinsätzen in Berliner Freibädern gekommen. Insgesamt hat die Polizei in der ersten Hälfte der Sommersaison 48 Gewaltdelikte in den Einrichtungen gezählt. Darunter fielen von Mai bis zum 18. Juli vor allem Körperverletzungen, aber auch einige sexuelle Belästigungen, Bedrohungen, Nötigungen und Raubtaten, wie aus einer Antwort des Senats und der Polizei auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht.
Auch im Columbiabad waren wegen diverser Zwischenfälle die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden. Erst in dieser Woche hatten zwei Männer einen Wachmann angegriffen und geschlagen.
Am Freitagabend alarmierte das Bad um 18.20 Uhr die Polizei. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten sich Jugendliche mit Sicherheitsleuten des Bads gestritten und den Wachturm des Bademeisters besetzt. Zu Handgreiflichkeiten sei es nicht gekommen, sondern zu rüpelhaftem und flegelhaftem Verhalten. Das Bad schloss demnach eine halbe Stunde früher als sonst um 19.30 Uhr.
Die Polizei war mit acht Beamten vor Ort, als Hunderte Menschen das Bad auf Anweisung des Personals vorzeitig verlassen mussten. In der Spitze seien 2300 Menschen dort gewesen, sagte die Polizeisprecherin.
Die Bäderbetriebe kündigten unabhängig von der Sicherheitsdebatte die längere Saison einiger Bäder an. Die läuft nun auch im Olympiabad immerhin bis einschließlich 1. Oktober. Das Sommerbad Staaken-West bleibt statt bis 28. August bis einschließlich 3. September offen. Die Saisonverlängerung weiterer Sommerbäder könne folgen und sei zurzeit noch in Abstimmung, hieß es.
Die Bäderbetriebe begründeten die Verlängerung damit, dass es im September oft noch Badewetter gebe. Auch möchten zu Beginn der Hallensaison noch viele Menschen im Freien schwimmen, erklärte Sprecherin Claudia Blankennagel auf Anfrage. Die Videoüberwachung an Ein- und Ausgängen und die Ausweispflicht werde auch in der Verlängerung beibehalten. Die Hallensaison beginne ab dem 28. August, die Hallen öffneten nach und nach.
Das am Freitag gestartete Projekt zur Gewaltprävention im Prinzenbad mit dem Titel „SpOrt Bad“ läuft Blankennagel zufolge bis zum 3. September. Nach Angaben der Bäderbetriebe können sich Jugendliche auf einem Teil der Liegewiese bei Basketball, Volleyball, Tischtennis und Fußball auspowern. Das Angebot solle die geltenden Sicherheitsmaßnahmen ergänzen.
„Die Maßnahme verfolgt einen innovativen Ansatz, der Jugendsozialarbeit und Sport kombiniert, und vor allem junge Badegäste zur sportlichen Betätigung einlädt“, schrieb Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) im Onlinedienst X, vormals Twitter.