CAtfishing "Royale"

Geplatzte Traumhochzeit! Inderin verklagt "Prinz Harry"

Eine Frau aus Indien behauptete, E-Mails mit einem "Prinz Harry" ausgetauscht zu haben: "Er wollte mich heiraten." Doch vergeblich wartete sie auf ihren Traumprinzen. Was folgt: Ein internationaler Haftbefehl!

Von Samantha Günther
Prinz Harry bei der Auslosung zum Rugby League World Cup 2021. Getty Images Europe

London. Skurril, aber wahr: Eine Inderin war in dem Glauben, dass sie in einer Online-Beziehung mit dem britischen "Prinz Harry" war. So heißt es in einem "The Independent-Bericht", dass ihre königliche Internetliebe nach Monate langem romantischen schreiben, ihr sogar einen Antrag machte. Leider hielt der scheinbare britische Kronprinz nicht sein Wort und Palwinder Kaur wartete vergebens auf ihr erträumtes "Happy End".

Verzweifelt habe die junge Frau sogar Nachrichten an Prinz Charles geschickt und ihn darüber informiert, dass sein Sohn mit ihr verlobt sei. Doch am 19. Mai 2018 folgte dann das böse Erwachen: Prinz Harry steht mit einer anderen Frau namens "Meghan" vor dem Traualtar. Wie kann das sein? 

Harry und Meghan nach der Trauung in Windsor
POOL

"Prinz Harry" schrieb scheinbar von einem Internet-Café aus

Die Inderin wurde "gecatfished". Beim Catfishing erstellen Menschen Online-Profile von sich, die überhaupt nicht ihrer wahren Identität entsprechen. Manchmal geht es sogar so weit, dass sie sich gezielt Opfer aussuchen, um diese zu betrügen. Laut einer Untersuchung der Polizei von Mumbai, die im letzten Jahr durchgeführt wurde, gibt es etwa 54 Unternehmen in Indien, die etwa für 5 lakh (indische Währung) pro Profil, insgesamt 176 gefälschte Konten anbieten. Traurigerweise hat es auch Palwinder Kaur erwischt. Doch die Inderin kämpft um ihren versprochenen Ring.

So verklagte Palwinder Kaur den echten "Prinz Harry" und ging vor einem staatlichen Gericht des indischen Bundesstaates Punjab und Haryana. Ihr Vorwurf an den britischen 36-Jährigen, er habe nicht sein Versprechen eingehalten, sie zu heiraten. Die Klageschrift enthielt die Anweisung an die Polizeizelle des Vereinigten Königreichs, einen Haftbefehl für den Herzog von Sussex auszustellen.

Klarer Fall von "Liebe macht blind"

Das indische Gericht muss die Palwinder Kaur enttäuschen. Es geht davon aus, dass ihr "Prinz Harry" wahrscheinlich von einem Internet-Café eines Dorfes im nördlichen Bundesstaat Punjab aus schrieb. Auch Frau Kaur muss sich eingestehen, dass sie noch nie in Großbritannien war. Zudem sei die junge Frau mit "Prinz Harry" nur über soziale Medien im Gespräch gewesen. Der Richter Arvind Singh Sangwan lehnte ihr Antrag mit den Worten "nichts weiter als die Fantasie einer Tagträumerin, die Prinz Harry heiraten möchte" ab. 

"Nichts weiter als die Fantasie einer Tagträumerin, die Prinz Harry heiraten möchte"

Richter Arvind Singh Sangwan

"Liebe macht blind und in diesem Fall eigentlich noch einen Schritt weiter. Die Frau war so blind vor Liebe, dass der High Court etwas Licht ins Dunkel bringen und ihr etwas Klarheit verschaffen musste", sagte Amangurbir Singh Dhillon, ein Anwalt des Punjab and Haryana High Court in Chandigarh gegenüber "The Independent".