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Borkenkäfer Strenger Winter bremst Borkenkäfer in Sachsen nicht aus

Sachsens Borkenkäfer trotzen Frost dank körpereigenem Schutz. Was das für die Wälder bedeutet und wie sich die Schadholzmengen zuletzt entwickelt haben.

Von dpa 21.02.2026, 05:00
Ein Borkenkäfer krabbelt auf einem Fichtenstamm. (Archivbild)
Ein Borkenkäfer krabbelt auf einem Fichtenstamm. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Pirna - Der langanhaltende Winter mit Schnee und Eis macht den Borkenkäfern nicht zu schaffen - im Gegenteil. Das aktuelle Wetter sei eher günstiger für die Käfer, da sie ihren Zustand der Inaktivität (Diapause) nicht vorzeitig beendeten, sagte Sven Sonnemann, Sachbearbeiter Waldschutz beim Staatsbetrieb Sachsenforst. „Ständige Wetterwechsel mit wärmeren und kälteren Phasen sind problematisch, weil die Käfer nicht wieder in den Überwinterungsmodus zurückkehren können und bei einem erneuten Temperaturrückgang keine ausreichende Forsttoleranz mehr aufweisen.“

Grundsätzlich seien heimische Arten an die Bedingungen der hiesigen Winter angepasst. „Borkenkäfer schützen sich mit einer Art körpereigenem Frostschutzmittel, welches ihnen ermöglicht, auch tiefere Temperaturen unbeschadet zu überstehen“, erläuterte Sonnemann. Daher sei nicht davon auszugehen, dass normales Winterwetter die Population negativ beeinflusse.

Schadholzmengen sind seit 2020 rückläufig

Entscheidend für das Wachstum der Population sei, wann im Frühjahr die Aktivitätsphase beginne, betonte der Experte. „Höhere Temperaturen erlauben einen zeitigeren Beginn und erhöhen somit die Wahrscheinlichkeit für zusätzliche Generationen im Jahr.“

Nach den großen Waldschäden der vergangenen Jahre durch Borkenkäfer hat sich die Lage in Sachsen nun spürbar beruhigt. Seit 2020 sind die gemeldeten Schadholzmengen beim Buchdrucker nach Angaben von Sachsenforst rückläufig. Lag die Schadholzmenge im Jahr 2020 noch bei gut 1,8 Millionen Kubikmeter, wurden im Jahr 2024 lediglich 135.172 Kubikmeter registriert. In diesem Jahr waren es sogar nur gut 26.000 Kubikmeter. Das sogenannte Borkenkäferjahr geht aber noch bis zum 31. Mai.

Was passiert mit dem Schadholz?

Sofern das Schadholz rechtzeitig entdeckt wird, wird das Holz verkauft. Dabei sind den Angaben zufolge Preisabschläge eher geringfügig, sofern der Schädlingsbefall die Qualität noch nicht beeinträchtigt hat. 

Ist der Baum bereits abgestorben, verbleibt er als Totholz im Wald, da die Bruten den Baum dann schon wieder verlassen haben. Dadurch sei aber die Gefahr größer, dass umliegende Bäume betroffen seien, betonte Sonneberg.