Berlin

Tödlicher Streit: Angeklagter bedauert Messerstich

Von dpa Aktualisiert: 17.08.2022, 14:05
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Berlin - Nach dem gewaltsamen Tod eines 47-Jährigen in einer Wohnung in Berlin-Spandau hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Der 43-Jährige soll seinem Bekannten in einem Streit mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen haben. Das Opfer sei verblutet. Vier Monate nach der Tat erklärte der 43-Jährige am Dienstag vor dem Berliner Landgericht, er habe seinen Bekannten nicht töten wollen, er verurteile sich selbst.

Die Anklage gegen den aus Litauen stammenden Tischler lautet auf Totschlag. In einer Auseinandersetzung im April dieses Jahres habe er den 47-Jährigen - ebenfalls Litauer - mit der Faust geschlagen und dann mit einem Messer attackiert. Den erkennbar stark blutenden Mann habe er mit einem weiteren Bekannten, der in der Wohnung anwesend gewesen sei, in das Badezimmer getragen, heißt es in der Anklage. Sie hätten das Bein notdürftig verbunden, die Wohnung gereinigt und den Verletzten in der Badewanne zurückgelassen.

Der Tischler sagte weiter, sie seien alkoholisiert gewesen, als es zu einem Streit kam. Es sei um ihre gemeinsame Arbeit gegangen. Der 47-Jährige habe ihm vorgeworfen, durch ihn Geld verloren zu haben. „Aber unser Arbeitgeber hatte nichts von schlechter Arbeit gesagt“, so der Angeklagte. Nachdem er den 47-jährigen „ein paar Schläge“ verpasst hatte, habe der Bekannte ein Messer aus der Küche geholt. „Ich dachte, er würde mich angreifen“, so der Angeklagte. Er habe dem 47-Jährigen das Messer entrissen und zugestochen. „Ich wollte nur, dass er sich beruhigt.“

Der 43-Jährige war einige Stunden später gefasst worden, als er per Zug Richtung Niedersachsen unterwegs war. Der Prozess wird am 19. August fortgesetzt.