Steuern Über drei Prozent weniger Gewerbesteuer in Sachsen-Anhalt
Für viele Städte und Gemeinden ist die Gewerbesteuer die Haupteinnahmequelle. Der Trend ist jedoch negativ – und eine Verbesserung scheint für 2025 nicht in Sicht.

Halle - Die Gewerbesteuereinnahmen in Sachsen-Anhalt sind erneut gesunken. Bis Ende September 2024 flossen 910,4 Millionen Euro in die Kassen der Gemeinden, wie das Statistische Landesamt in Halle mitteilte. Das entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Abwärtstrend hat sich seit Jahresbeginn verstärkt.
Regionale Unterschiede
Die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen zeigt regional deutliche Unterschiede. In der Stadt Leuna etwa brachen die Einnahmen auf 65,4 Millionen Euro ein – das war weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Im Gegensatz dazu steigerten andere Gemeinden wie Bernburg ihre Einnahmen: Dort gab es ein Plus von knapp 13 Prozent auf 21,6 Millionen Euro. Die kreisangehörigen Gemeinden trugen knapp drei Viertel zur Gesamtsumme bei.
Die drei kreisfreien Städte Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau kamen zusammen auf 211,5 Millionen Euro und machten damit knapp ein Viertel der Gesamteinnahmen aus. Während Magdeburg einen Rückgang um 4,7 Prozent meldete, legten Halle und Dessau-Roßlau um 4,2 beziehungsweise 19,7 Prozent zu.
Städte- und Gemeindebund rechnet auch 2025 mit Rückgängen
Der Städte- und Gemeindebund zeigte sich von dieser Entwicklung besorgt. Die Ursache der Rückläufe sei die schwächelnde Konjunkturentwicklung. „Die Zeit der Steuermehreinnahmen ist vorbei“, warnte der Verband, der für 2025 eine Verschlechterung befürchtet. Der Landtag müsse diese Entwicklung bei den Verhandlungen zum kommunalen Finanzausgleich berücksichtigen.