Sonntagsfrage Umfrage: CDU verliert leicht - kritischer Blick auf Wegner
Nach dem Stromausfall verliert die CDU in Berlin laut einer Umfrage an Zustimmung. Die schwarz-rote Koalition hätte keine Mehrheit mehr. Auch der Blick auf den Regierungschef ist kritisch.

Berlin - Die Berliner CDU hat einer aktuellen Umfrage zufolge nach dem großflächigen Stromausfall im Südwesten an Zustimmung verloren. Nur noch 22 Prozent der Befragten würden der Partei bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus ihre Stimme geben, wenn am nächsten Sonntag gewählt würde. Das ist das Ergebnis einer Civey-Umfrage im Auftrag des „Tagesspiegel“. Im Vergleich zur Civey-Umfrage Anfang Dezember ist das ein Prozentpunkt weniger und der niedrigste Wert seit der Abgeordnetenhauswahl 2023.
Nach wie vor liegt die CDU in der Umfrage aber auf Platz eins. Dahinter landen die Grünen (plus zwei Prozentpunkte) mit 17 Prozent und mit dem gleichen Wert die Linke, die einen Prozentpunkt verloren hat. Die AfD hält ihr Ergebnis von 16 Prozent. Die SPD erreicht 15 Prozent (plus zwei Prozentpunkte).
FDP und BSW würden mit jeweils drei Prozent nicht ins Landesparlament einziehen. An der Umfrage zum Wahlverhalten nahmen vom 9. bis 23. Januar 3.000 Personen teil. Nach den Ergebnissen hätte die schwarz-rote Regierungskoalition keine Mehrheit mehr, auch andere Zweierbündnisse wären nicht möglich.
Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Regierungskoalition aus CDU und SPD?“ antworteten 53 Prozent der Umfrageteilnehmer mit „sehr unzufrieden“ und 26 Prozent mit „eher unzufrieden“. Das ist dem „Tagesspiegel“ zufolge ein negativer Rekordwert. Nur drei Prozent sagten „sehr zufrieden“ und 15 Prozent „eher zufrieden“. Zur Zufriedenheit mit der Arbeit des Senats (Stand 23. Januar) wurden vom 8. Dezember bis 22. Januar 1.500 Personen befragt.
Zustimmung für Wegner sinkt
Auch die Zustimmung für den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ging zurück: 67 Prozent der Befragten antworteten, sie seien mit seiner Arbeit unzufrieden, drei Prozentpunkte mehr als im Dezember. Nur 16 Prozent sagten, sie seien damit zufrieden, zwei Prozentpunkte weniger.
Wegner stand nach dem tagelangen Stromausfall im Bezirk Steglitz-Zehlendorf in der Kritik. Ihm wurde unter anderem vorgehalten, am ersten Tag des Stromausfalls nicht vor Ort gewesen und stattdessen für eine Stunde zum Tennisspielen gegangen zu sein.
Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des RBB Mitte Januar kam bei der Sonntagsfrage auf ähnliche, aber im Detail etwas andere Werte: Die CDU lag mit 22 Prozent ebenfalls vorn, die Linke mit 18 Prozent auf Platz zwei vor der AfD mit 17 und den Grünen mit 16 Prozent. Die SPD erreichte 14 Prozent.
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.