Kinderpornografie

"Mehr als widerwärtig" - Deutsche Fußball-Stars reagieren auf Metzelder-Urteil 

Mehrere Fußballer äußern sich zum Urteil des Metzelder-Prozesses - der Ex-Nationalspieler wurde wegen Besitzes und Weitergabe von kinderpornografischen Inhalten zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Von Nico Esche
Unter anderem Mario Götze (l.) und Max Kruse äußerten sich zu dem Urteilsspruch gegen Christoph Metzelder. Montage: Nico Esche, Foto:  picture alliance/dpa/ANP | Maurice Van Steen picture alliance/dpa | Guido Kirchner

Düsseldorf. Das Urteil gegen Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder entfacht große Wellen der Empörung. Nun reagiert die Fußballwelt auf das Urteil gegen den ehemaligen Nationalspieler, der wegen Besitzes und Weitergabe von kinderpornografischen Dateien zehn Monate auf Bewährung erhalten hat.

Zuerst äußerte sich Fußball-Weltmeister und Fanliebling Lukas Podolski. Auf Twitter schreibt er zunächst nur ein Wort ("Widerlich!"), nachdem das Urteil bekannt wurde. Später sagt Podolski der Bild, dass er für das Urteil "kein Verständnis" habe. „Es geht hier nicht darum, ein Zeichen an einem prominenten Täter zu setzen", so der 103-fache Ex-Nationalspieler. "Es geht darum, dass so etwas grundsätzlich härter bestraft werden sollte. Auch ein Teilgeständnis darf keine Entlastung sein, wenn es um Kinderpornografie geht!“

Der Bundesverdienstkreuzträger Christoph Metzelder hatte während des Ermittlungsverfahrens, wegen des Verdachts der Kinderpornografie, ein Geständnis abgelegt. Dies und die laut Gericht "mediale Berichterstattung", die eine "vorweggenommene Bestrafung" sei, wirkte sich strafmildernd aus. 

Max Kruse reiht sich nun in den Chor der Empörten ein. Der Stürmer des Erstligisten Union Berlin sagte auf dem Streaming-Videoportal "Twitch": „Wenn das alles so passiert ist, wie es in den Medien steht, dann ist es mehr als widerwärtig. Egal, ob prominent oder nicht, wer so was macht, gehört lebenslang weggesperrt.“

Götze: "Ekelhafte Taten"

Zuletzt äußerte sich ein weiterer Weltmeister und fand wie seine Kollegen kein Verständnis für die Strafmilderung. Mario Götze spricht Metzelder einen möglichen Promi-Bonus ab: "Wir sprechen über abscheuliche Vergehen an kleinen, wehrlosen Kindern. Dabei ist es egal, ob es sich um prominente oder unbekannte Täter handelt."

Der Finaltorschütze von 2014 ist selber Vater und macht klar: "Mir persönlich fällt es schwer, bei solch ekelhaften Taten Gründe für Strafmilderung verstehen zu können". In Götze, der in den Niederlanden spielt, rufe das Urteil großes Unverständnis hervor: "Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und macht mich wütend", sagt er der Bild. 

Am 29. April wurde Christoph Metzelder zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Zu dem Urteil sagte der 40-Jährige, dass er "im Chat Extremfantasien ausgetauscht" habe. Die Faszination soll "in der Grenzüberschreitung gelegen" haben und nicht in den Darstellungen schwersten sexuellen Missbrauchs selbst. Übergriffe gegenüber Kinder und Jugendlichen, so Metzelder, habe es seiner Aussage nach nicht gegeben oder seien geplant gewesen.