Trotz Inkognito-Modus

Auf Pornoseiten surfen: Google und Facebook spionieren immer aus

Google spioniert Internet-Nutzer aus - eigentlich nichts neues. Aber: Selbst bei eingeschaltetem Inkognito-Modus, surft man nie ganz anonym im Netz. Mit teils verheerenden Folgen.

Von Nico Esche

Mountain View. Wer im Internet unterwegs ist, wird ausspioniert -  von Facebook, Google und ähnlichen Tech-Unternehmen. Das wird besonders pikant, wenn Nutzer Pornoseiten ansteuern. Jede intime Vorliebe kann von den Firmen ausgelesen und genutzt werden. Und das trotz "Inkognito-Modus".

Googles sogenannter Inkognito-Modus soll Nutzer des hauseigenen Internet-Browsers Chrome "unsichtbar" machen. Man sei so anonym im Netz unterwegs. Das verspricht Google. Nun hagelte es Klagen.  

Laut Sammelklage in den USA würde das Unternehmen trotz eingeschaltetem Inkognito-Modus das Surf-Verhalten verfolgen und speichern.

So wird ausspioniert

Surft der Nutzer eine Internetseite an, wird ein digitaler Fingerabdruck erstellt - das passiert auch auf den meisten Internetseiten mit pornografischen Inhalten. Werbeunternehmen nutzen diesen "Fingerprint". Sie erstellen daraus ein Profil und fertigen auf den Nutzer zugeschnittene Werbung an.

Auf einer Seite die Schaltfläche von Facebook oder Twitter auf "Teilen" bzw. "Retweet" geklickt, schon wird diese Info gespeichert und ausgewertet.

Richtig brisant wird es anschließend: Mit der individuellen Information sei laut techbook.de eine "sehr genaue Identifizierung möglich". Heißt: Das Surfverhalten, angeschaute Videos und Bilder könnten veröffentlicht und mit dem Namen des Surfers in Verbindung gebracht werden.

Was tun?

Eine komplette Anonymität im Internet ist nahezu ausgeschlossen. Möglich ist es aber, auf sogenannte VPN-Dienste zurückzugreifen. Sie verwischen die Spuren, die man beim Surfen hinterlässt. Internetbrowser wie "Opera" oder "DuckDuckGo" bieten einen solchen VPN-Dienst an.