Sanierung erforderlich

Kunsthistoriker aus Görlitz fassungslos: "Bares für Rares"-Händlerin beschmiert Gemälde nach Kauf

In der beliebten Trödelshow "Bares für Rares" erwarb die Händlerin Susanne Steiger kürzlich ein 170 Jahre altes Gemälde. Kunsthistoriker aus Sachsen zeigten nach der Sendung Interesse am seltenen Stück. Mit Entsetzen mussten sie jedoch festellen, dass Steiger das Gemädle bereits "verschönert" hatte.

07.09.2022, 12:34
In der ZDF-Trödelshow mit Moderator Horst Lichter stellen Bewerber im TV ihre mitgebrachte Rarität, Antiquität oder Kuriosität vor.
In der ZDF-Trödelshow mit Moderator Horst Lichter stellen Bewerber im TV ihre mitgebrachte Rarität, Antiquität oder Kuriosität vor. Foto: Frank W. Hempel/ZDF/dpa

Magdeburg/DUR/lb - Seit einigen Jahren bietet Susanne Steiger um die angebotenen Antiquitäten in der Sendung "Bares für Rares" mit. Ihre Vorlieben belaufen sich dabei zwar vor allem auf Schmuck und funkelnde Wertsachen, doch hin und wieder zeigt sie auch an Kunstwerken Interesse. Erst kürzlich ergatterte sie ein wertvolles Ölgemälde von Adolf Gottlob Zimmermann - mit dem sie aber nun einen Kunst-Eklat auslöste.

In der Show hatte die 38-Jährige das 170 Jahre alte Gemälde für 1.300 Euro erworben. Fotos, die zuerst die "Sächsische Zeitung" veröffentlicht hatte, zeigen jedoch, dass sie das Porträt nicht im Originalzustand beließ. Steiger entschied sich dazu, das Gemälde "zu verschönen". Mit Goldfarbe schrieb sie "Go for it" auf die Leinwand.

"Bares für Rares" Kunst-Eklat: Museum muss Gemälde restaurieren

Nach der Ausstrahlung zeigten Kunsthistoriker des Schlesischen Museums Görlitz Interesse an dem Bild des sächsischen Malers Adolf Gottlob Zimmermann. Allerdings musste das Museum mehr als das Doppelte des Betrages zahlen, den die Dame in der Sendung für das damals noch unversehrte Bild bekommen hatte.

Als sie das Porträt dann zu Gesicht bekamen waren sie schockiert über die "Schmierereien". Kunstexperte Harald Marx, der von 1991 bis 2009 Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister  in Dresden war, zeigte sich gegenüber "Bild" fassungslos: "Solch Gemälde ist Kunstwerk und Zeitdokument. Das greift man nicht an." Die Experten wollen den Schaden nun beseitigen und das Gemälde aufwendig restaurieren - ein kostenintensives Projekt für das Museum.