Operation Arche

Britischer Ex-Soldat verteidigt Tier-Evakuierungsflug aus Kabul

In Großbritannien hatte die "Operation Arche", wie die Rettung der Tiere genannt wurde, für Diskussionen gesorgt. Kritiker werfen dem 52-Jährigen und der britischen Regierung vor, Tiere ausgeflogen und dafür afghanische Ortskräfte zurückgelassen zu haben.

31.08.2021, 09:52
Pen Farthing, Gründer der Tierrettungsorganisation Nowzad, trägt einen Mund-Nasen-Schutz und hält einen Hund in den Armen. Laut Angaben eines Freundes von Farthing, hat der ehemaligen Royal Marine rund 170 Hunde und Katzen aus einem Tierheim in Afghanistan nach Großbritannien evakuiert. 
Pen Farthing, Gründer der Tierrettungsorganisation Nowzad, trägt einen Mund-Nasen-Schutz und hält einen Hund in den Armen. Laut Angaben eines Freundes von Farthing, hat der ehemaligen Royal Marine rund 170 Hunde und Katzen aus einem Tierheim in Afghanistan nach Großbritannien evakuiert.  Foto: Nowzad/PA Media/dpa

London/Kabul (dpa) - Nach der Luftrettung von 150 Hunden und Katzen aus seinem Tierheim in Kabul will ein britischer Ex-Soldat nun auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sicherheit bringen. Er fühle sich schuldig, dass er Menschen zurücklassen musste, sagte Paul Farthing der Zeitung «Daily Mail» (Dienstag). Der «schlecht durchdachte Abzug» der Alliierten aus Afghanistan habe über Nacht das Land zerstört und zahllose Leben gekostet. «Wir haben sie zurück ins finstere Mittelalter geschickt.» Eine junge Tierärztin habe zum ersten Mal komplett verschleiert zur Arbeit erscheinen müssen.

Farthing hatte Kabul vor wenigen Tagen verlassen. In Großbritannien sorgte die «Operation Arche», wie die Rettung der Tiere genannt wurde, für Diskussionen. Kritiker werfen dem 52-Jährigen sowie der britischen Regierung vor, Tiere ausgeflogen und dafür afghanische Ortskräfte zurückgelassen zu haben. Farthing wies dies zurück. Die Tiere seien im Laderaum einer Cargo-Maschine ausgeflogen worden, in dem keine Menschen hätten befördert werden können. Fünf Katzen starben während der Reise. Die übrigen Tiere sind nun in Großbritannien in Quarantäne.

Seine Mitarbeiter hätten ihn gedrängt, sich alleine mit den Tieren durchzuschlagen, nachdem ein gemeinsamer Bus-Konvoi wegen fehlender Papiere am Kabuler Flughafen zurückgewiesen worden sei, sagte Farthing. Er habe den Beschäftigten den Lohn für mehrere Monate im Voraus ausbezahlt. Nun versuche er aus der Ferne, sie aus Afghanistan herauszuholen.