EM in Bulgarien

Strafe für Beachhandball-Frauen aus Norwegen - weil Hosen zu lang sind

Die Spielerinnen aus Norwegen finden die knappen Bikinihöschen sexistisch und haben deshalb im Spiel um Platz drei gegen Spanien mit langen Hosen protestiert. Der Verband brummt ihnen deshalb eine Geldstrafe auf.

Von Tobias Hofbauer
Diese Hosen sind dem Verband zu lang. Screenshot:
Diese Hosen sind dem Verband zu lang. Screenshot: Norwegischer Handballverband

Oslo - Viele der Beachhandball-Spielerinnen empfinden die knappen Höschen als unpraktisch oder sogar erniedrigend. Darum haben sich die Frauen aus Norwegen geweigert, Bikinihöschen zu tragen und etwas längere Sporthosen angezogen.

Im bulgarischen Warna sollten die Frauen im Spiel um Platz drei gegen Spanien in den vorgeschriebenen Bikinis auflaufen. Stattdessen haben die Spielerinnen entschieden gegen die Kleiderordnung zu protestieren.

Disqualifikation wegen zu wenig Stoff

Nationalspielerin Katinka Haltvik berichtete dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk NRK aus Norwegen, dass es sich bei dem Protest um eine spontane Aktion gehandelt habe. Der Sender hatte berichtet, dass die Auswahl bereits vor dem ersten Spiel den Antrag gestellt hatte, nicht in Bikini-Höschen spielen zu müssen. Das habe der Dachverband abgelehnt.

Als Strafe habe eine Strafe in Höhe von 50 Euro pro Spielerin und Partie im Raum gestanden. Insgesamt fast 5000 Euro. Der norwegische Verband sei sogar bereit gewesen diese Summe zu zahlen, doch dann hieß es vor dem Öffnungsspiel laut Haltvik, dass das Team disqualifiziert würde, wenn sie in Shorts antreten.

"Unangemessene Bekleidung"

So gaben die Norwegerinnen erstmal nach, weil sie spielen wollten. Sie entschieden sich stattdessen die längeren Sporthosen im Spiel um Platz drei zu tragen und damit ein Zeichen zu setzen. Zu einer Medaille reichte es nicht, das Spiel endete 2:0 für Spanien.

Wegen ihres Protests erwartet die Spielerinnen nun eine Strafe vom Dachverband: Dieser verhing eine Geldstrafe in Höhe von rund 1500 Euro. Die Disziplinarkommission der Europäischen Handball-Föderation (EHF) bewertete diesen Fall am Montag (19. Juli) sogar als "unangemessene Bekleidung".

In einem Instagram Post zeigt sich die Spielerin Elisabeth Hammerstad erstaunt und erfreut über die Begeisterung für ihren Hosen-Protest auf der ganzen Welt. Jetzt hoffe sie auf eine Veränderung in dem Sport, den sie liebe.

Unterschiedliche Dresscodes

Der Sport ist derselbe, dennoch gibt es für Frauen und Männer unterschiedliche Regeln. So schreibt der Weltverband für Handball-Spieler vor, dass die Männer bei ihren Spielen Shorts tragen müssen, die "mindestens zehn Zentimeter" über dem Knie enden sollen. Spielerinnen sind dagegen verpflichtet Bikinihosen zu tragen, die "maximal zehn Zentimeter" Spannweite haben dürfen und eng anliegen.