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Tierische Arbeit: 1000 fleißige Katzen auf einer umweltfreundlichen Mission 

Die Stadt Chicago hat ein großes Problem mit Ratten. Die Organisation "Tree House Humane Society" entwickelte dafür eine umweltfreundliche Lösung. 

Von Samantha Günther
Meistens spielen die Katzen noch eine ganze Weile mit ihrer Beute, bevor diese dann endgültig als Nahrung dient.
Meistens spielen die Katzen noch eine ganze Weile mit ihrer Beute, bevor diese dann endgültig als Nahrung dient. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Chicago - Sie sind süß, flauschig und meist verschmust: Katzen. Leider haben nicht alle Samtpfoten auf dieser Welt das große Glück, ein liebenswertes Zuhause zu finden. Etliche Fellnasen leben auf der Straße. Sie sind dort aufgewachsen, wurden ausgesetzt oder eine andere traurige Geschichte verbirgt sich dahinter. Genau für diese betroffene Katzen entwickelte das Tierheim "Tree House Human Society" in Chicago das außergewöhnliche Projekt "Cats at Work", in der die Streuner eine Mission erhalten: Nagetierbekämpfung.

Für das umweltfreundliche Projekt sollen streunende Katzen eingefangen, in ein Tierheim gebracht, dort kastriert und geimpft werden. Anschließend werden die Vierbeiner zu zweit oder zu dritt in Wohn- und Gewerbegebieten gesetzt, in denen besonders viele Ratten leben. Das Einzigartige daran, es handelt sich ausschließlich um Katzen, die sich nicht in einem Tierheim oder einem Zuhause wohlfühlen.

Pro Einsatzstelle soll es einen Betreuer geben, der für "Futter, Wasser und Schutz" verantwortlich ist.
Pro Einsatzstelle soll es einen Betreuer geben, der für "Futter, Wasser und Schutz" verantwortlich ist.

Pro Einsatzstelle soll es einen Betreuer geben, der für Futter, Wasser und Schutz verantwortlich ist. Dabei entstanden teilweise schon liebevolle Beziehungen. So widmeten schon einige Aufpasser ihrer "Arbeiterkatze" eine eigene Instagram-Seite, berichtet das Tierheim. 

Chicago: Das Reich der Ratten

Seit Jahren leidet Chicago unter einer Rattenplage. Zum sechsten Mal in Folge wurde die amerikanische Großstadt als "rattigste" Stadt der USA gekrönt. Zu diesem Schluss kommt Orkin, ein Unternehmen für Schädlingsbekämpfung. 

Seit 2012 hat die Tree House Humane Society bereits 1000 verwilderte Katzen auf die Straßen Chicagos losgelassen. Ratten stehen normalerweise nicht auf dem Speiseplan der Streuner, so Sarah Liss, Mitarbeiterin des Tierheims, gegenüber dem Newsportal WGN9.

Die Fellnasen töten die Ratten meist nur zu Beginn, wenn sie zum ersten Mal an ihrem neuen Standort ankommen. "Aber hauptsächlich sind es die Pheromone der Katzen, welche die Nagetiere fernhalten", erklärt Liss im Interview. Klingt wie die perfekte umweltfreundliche Lösung für die US-Stadt und der Vierbeiner.


Auch in Sachsen-Anhalt werden immer mehr Ratten gesichtet. Mehr zum Thema: Magdeburg droht eine Rattenplage