Untersuchung in Schottland

Tote angeblich wochenlang in Leichenhalle vergessen - wollte Klinik Fehler vertuschen?

In einem Krankenhaus in Glasgow lag eine tote Frau wochenlang in der Leichenhalle. Mitarbeiter sollen sie dort angeblich vergessen haben. Eine Untersuchung soll der Familie nun Antworten geben.

08.12.2021, 12:47 • Aktualisiert: 08.12.2021, 12:49
Untersuchungen haben ergeben, dass die 41-Jährige an einer Methadon-Überdosis gestorben ist.
Untersuchungen haben ergeben, dass die 41-Jährige an einer Methadon-Überdosis gestorben ist. Foto: dpa/Symbol

Glasgow/DUR/it - Eine 41 Jahre alte Frau ist in dem schottischen "Queen Elizabeth University Hospital" unerwartet gestorben und lag wochenlang in der Leichenhalle der Klinik. Bereits im März sollte sie an einer Zyste hinter ihrem Ohr operiert werden. In der Nacht vor ihrem Tod habe sie noch um ein Medikament gebeten, um schlafen zu können, berichtet die schottische Daily Record. Am nächsten Morgen wurde sie tot in ihrem Bett aufgefunden.

Nun soll das Gesundheitsamt NHS Greater Glasgow & Clyde bestätigt haben, dass es eine Überprüfung zu den Umständen ihres Todes geben soll. Das dürfte vor allem die Familie der verstorbenen Frau freuen, denn sie glauben, dass das Krankenhaus etwas vertuschen wollte.

Nach dem Tod der 41-Jährigen erklärte das Klinikpersonal, dass es eine Obduktion geben würde. Aufgrund der Corona-Situation könnte es jedoch etwas länger als normal dauern. Nachdem sechs Wochen vergangen waren, hat die Familie das Krankenhaus kontaktiert und erfahren, dass sich die Verstorbene noch in der Leichenhalle befindet. Weil das Personal sie angeblich vergessen hatte und sie wochenlang in der Leichenhalle lag, blieb die Untersuchung ergebnislos.

Todesursache war eine Überdosis Methadon

Polizeilich angeordnete Test ergaben, dass die 41-Jährige an einer Methadon-Überdosis gestorben ist. Die Frau hatte nach Angaben ihres Bruders früher ein Drogenproblem gehabt, doch ist dabei gewesen, ihr Leben völlig umzukrempeln und nahm sogar an einem Entzugsprogramm teil. Die Familienmitglieder sind über die Ergebnise verblüfft und fragen sich, woher sie das Medikament bekommen oder ob ihr jemand zu viel davon verabreicht hat. Das Krankenhaus hat bisher noch keine Erklärung abgegeben. 

Der Bruder der Verstorbenen vermutet, dass das Personal sie absichtlich wochenlang in der Leichenhalle vergessen hat, um einen Fehler zu vertuschen. Da die 41-Jährige eine Drogenvergangenheit gehabt hat, haben die Mitarbeiter womöglich gehofft, dass die Angehörigen nicht weiter nachfragen, sagt ihr Bruder weiter. 

Nun könnte die angeordnete Untersuchung die Wahrheit ans Licht bringen und der Familie Aufschluss über den Tod der 41-Jährigen geben.