Feiertage

Warum die anderen heute frei haben - der Feiertag Fronleichnam

Warum ist es so ruhig bei der Arbeit? Das dürften sich einige Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt heute gefragt haben. Da lohnt ein Blick auf die Feiertage in Deutschland. Hier haben die Kollegen heute frei.

Von David Schröder
Im Freistaat Sachsen ist Fronleichnam nur in den 26 Gemeinden der katholischen Sorben ein Feiertag.
Im Freistaat Sachsen ist Fronleichnam nur in den 26 Gemeinden der katholischen Sorben ein Feiertag. Symbolfoto: dpa

Magdeburg - Weniger Anrufe, weniger Aufträge, weniger Stress heute? Manch ein Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt dürfte sich wundern, warum heute weniger auf der Arbeit los ist. Zudem dürften einige Ansprechpartner nicht erreichbar sein. 

Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass in einigen Bundesländern heute die Kollegen nicht zur Arbeit gehen müssen. Es ist Feiertag, genauer gesagt: Fronleichnam. 

Aufgrund des katholischen Feiertages haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland heute einen freien Tag und mit dem Brückentag am Freitag wahrscheinlich auch ein langes Wochenende. Dies gilt zudem für ein paar Kommunen in Sachsen und Thüringen mit überwiegend katholischer Bevölkerung. 

Was bedeutet Fronleichnam?

Warum der Feiertag Fronleichnam von Gläubigen gefeiert wird, erklärt die Internetseite katholisch.de anschaulich. "Am 60. Tag nach Ostern - am zweiten Donnerstag nach Pfingsten - feiern die Katholiken Fronleichnam, das "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi", heißt es dort. Das klinge für viele schon nach "Hokuspokus", stellt der Autor des Artikels fest und erläutert dann, was sich hinter der Feier des Fronleichnamstages verbirgt.

So gehe das Fest zurück auf das letzte Abendmahl, "als Jesus den Aposteln Brot austeilte mit den Worten 'Das ist mein Leib'." Dieses Geheimnis des 'heiligen Brotes' stehe im Mittelpunkt der feierlichen Fronleichnamsprozessionen, die es in vielen katholischen Gemeinden, zumeist in Süddeutschland, heute gibt. So steht der Name Fronleichnam aus dem Althochdeutschen "fron" für "Herr" und "lichnam" für "Leib". "Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hostie: auf den ersten Blick nur eine kleine unscheinbare Oblate - doch für gläubige Katholiken wird sie durch die Wandlung im Gottesdienst zum 'Leib Christi'."

Ungleiche Verteilung der Feiertage

Feiertage sind deutschlandweit übrigens immer noch ungleich verteilt. So haben die Bundesländer (meist im Norden) Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Berlin, Bremen, Hamburg, Brandenburg sowie Hessen "nur" zehn gesetzliche Feiertage pro Jahr.

Einen freien Tag mehr gibt es in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen. Wobei Arbeitnehmer aus den beiden letztgenannten Ländern regional auch auf weitere Feiertage kommen können. 

Über die meisten Feiertage können sich die Einwohner des Saarlandes, aus Baden-Württemberg und Bayern freuen. An zwölf Tagen pro Jahr gibt es dort gesetzliche Feiertage - in Bayern regional sogar bis zu 14.