„t-online“-Bericht Vorwurf der Vetternwirtschaft auch gegen Niedersachsen-AfD
Die Ehefrau des niedersächsischen AfD-Landeschefs Schledde arbeitet nach einem Medienbericht für einen AfD-Bundestagsabgeordneten. Die Partei weist den Vorwurf der Vetternwirtschaft zurück.

Hannover - Die Diskussion über die Anstellung von Familienangehörigen innerhalb der AfD erreicht Niedersachsen. Einem Bericht des Nachrichtenportals „t-online“ zufolge arbeitet die Ehefrau des Landesvorsitzenden Ansgar Schledde in einem Büro eines AfD-Bundestagsabgeordneten.
Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte ein Sprecher der AfD Niedersachsen, man weise den Vorwurf der Vetternwirtschaft zurück. Weiter werde man die Sache nicht kommentieren. Auch die AfD-Landtagsfraktion äußere sich nicht zu Personalangelegenheiten.
Schledde laut Bericht: „Rechtlich einwandfrei“
Dem „t-online“-Bericht zufolge ist Schleddes Ehepartnerin beim niedersächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Danny Meiners angestellt. Sowohl Schledde als auch Meiners bestätigten die Anstellung in Meiners Bundestagsbüro auch der dpa.
„Die Mitarbeiterin wurde zu Beginn der Legislatur nach einem normalen Bewerbungs- und Auswahlverfahren ausschließlich aufgrund ihrer fachlichen Eignung eingestellt“, teilte Meiners mit. „Die Einstellung erfolgte gemäß allen rechtlichen Vorgaben.“
Schledde teilte mit, das Beschäftigungsverhältnis sei „öffentlich bekannt und rechtlich einwandfrei“. Es gebe auch keine sogenannten Über-Kreuz-Beschäftigungen. „Die Anstellung ist also absolut korrekt.“
Chrupalla über Jobs für Angehörige: „Ein Geschmäckle hat's“
Zuletzt waren auch in anderen Bundesländern Fälle bekanntgeworden, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern an anderer Stelle für die AfD arbeiten. Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hatte mit Blick auf die Debatte gesagt, es handle sich zwar um Verträge, die rechtskräftig und nicht zu beanstanden seien. Aber: „Ein Geschmäckle hat's.“
Chrupalla selbst beschäftigt nach eigenen Angaben in seinen Bürgerbüros die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Roberto Kuhnert.