1. Startseite
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Tarifverhandlungen bei der BVG: Warnstreik bei der BVG - Was Fahrgäste wissen müssen

Tarifverhandlungen bei der BVG Warnstreik bei der BVG - Was Fahrgäste wissen müssen

Kein Bus, keine U-Bahn, keine Tram: Wie Berliner trotzdem zur Schule oder Arbeit kommen – und warum die Schulpflicht trotzdem gilt.

Von dpa 27.02.2026, 01:30
Die Gewerkschaft Verdi hat zum zweiten Warnstreik im Berliner Nahverkehr im Tarifstreit mit den Berliner Verkehrsbetrieben aufgerufen. (Archivbild)
Die Gewerkschaft Verdi hat zum zweiten Warnstreik im Berliner Nahverkehr im Tarifstreit mit den Berliner Verkehrsbetrieben aufgerufen. (Archivbild) Sebastian Gollnow/dpa

Berlin - Wer an diesem Wochenende zur Arbeit, zur Schule oder zu sonstigen Terminen aus dem Haus muss, wird es schwer haben: Wegen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) fahren am Freitag und am Samstag den ganzen Tag über keine Busse, Trams oder U-Bahnen. Was Fahrgäste wissen müssen und welche Alternativen es gibt. 

Fällt die Schule aus, wenn keine Busse fahren? 

Nein. Die Schulpflicht in Berlin wird am Freitag wegen des Warnstreiks bei der BVG nicht ausgesetzt, wie aus einem Rundschreiben der Bildungsverwaltung hervorgeht. Schülerinnen und Schüler können demnach aber in „begründeten Einzelfällen“ trotzdem zu Hause bleiben, wenn ihre Busse, U-Bahnen oder Trams nicht fahren und keine anderen Transportmöglichkeiten bestehen. 

Die Bildungsverwaltung bittet die Schulen in dem Schreiben um „umsichtige Regelungen“. Schülerinnen und Schüler, die nicht zur Schule können, könnten zum Beispiel Aufgaben für zu Hause bekommen. In jedem Fall sei eine Information der Schule durch Schüler oder deren Eltern erforderlich. Die Entscheidung über eine Beurlaubung oder nachträgliche Entschuldigung obliege grundsätzlich der Schule. 

Übrigens: Auch von der Arbeit befreit der Warnstreik niemanden. Wer nicht von zu Hause aus arbeiten kann, muss trotz der Einschränkungen im Nahverkehr zusehen, pünktlich am Arbeitsplatz zu sein. 

Welche Alternativen gibt es?

Viele Pendler und Schüler werden auf das Fahrrad oder das Auto ausweichen. In Berlin stehen außerdem zahlreiche Sharing-Anbieter zur Verfügung. Die Nachfrage nach Leihrädern, Mietwagen oder Taxis dürfte insbesondere am Freitag sehr hoch sein. Die BVG verweist auf die Jelbi-Stationen, wo viele Sharing-Dienste gebündelt bereitstehen. 

Nicht betroffen von dem Warnstreik sind der S-Bahn- sowie der Regionalverkehr in der Hauptstadtregion. Die Berliner S-Bahn hatte zuvor angekündigt, während des Warnstreiks zusätzliche Züge fahren zu lassen. Zusatzfahren gibt es demnach zwischen 9.00 und 14.00 Uhr auf der S5 im Abschnitt Mahlsdorf-Ostbahnhof. Am Samstag verlängere die S-Bahn die Fahrten der S26 über den Potsdamer Platz hinaus bis Gesundbrunnen, hieß es.

Auch bei der BVG sind einige Buslinien trotz des Warnstreiks im Einsatz, die von Tochterunternehmen betrieben werden. Das Unternehmen empfiehlt, vorher auf den Auskunftskanälen zu gucken, ob die Verbindung fährt oder nicht. 

Kommen diese Warnstreiks im Berliner Nahverkehr noch häufiger vor?

Das ist durchaus möglich. In der laufenden Tarifrunde zwischen der BVG und Verdi deutet bislang wenig auf Annäherung hin. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 4. und 5. März angesetzt. Davor und danach kann die Gewerkschaft jederzeit zu Arbeitskämpfen aufrufen.