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Kultur Wegner: Berlinale darf nicht für Propaganda genutzt werden

Berlins Regierender Bürgermeister fordert, die Berlinale dürfe Antisemitismus und Judenhass keine Bühne bieten. Was das für die künftige Ausrichtung des Festivals bedeutet.

Von dpa 26.02.2026, 12:56
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hält weitere Gespräche über die Zukunft der Berlinale für richtig.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hält weitere Gespräche über die Zukunft der Berlinale für richtig. Christophe Gateau/dpa

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat begrüßt, dass es weitere Gespräche zur künftigen Ausrichtung der Berlinale geben soll. „Die Berlinale ist auch ein politisches Festival, das war sie schon immer“, sagte der CDU-Politiker bei der Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus. 

„Aber für mich ist sehr, sehr klar, dass Antisemitismus, Israel- und Judenhass keine politische Meinung ist. Antisemitismus, Israelfeindlichkeit und Judenhass sind inakzeptabel“, betonte Wegner. „Und unsere Bühnen der Berlinale dürfen für solche Propaganda nicht genutzt werden.“

„Insofern ist richtig, wie Kulturstaatsminister Weimer hier reagiert hat, dass der Aufsichtsrat schnell getagt hat, dass es weitere Gespräche geben wird im Aufsichtsgremium, aber auch mit Tricia Tuttle.“ Auch das sei richtig. 

Bei einer Krisensitzung im Kanzleramt wurde am Morgen nach Angaben der Bundesregierung keine Entscheidung über die Zukunft von Intendantin Tricia Tuttle getroffen. Zu dem Thema sagte Wegner: „Ich werde mich an Spekulation nicht beteiligen. Vielleicht so viel: Ich habe den Eindruck, bei der einen oder anderen Debatte, wie sie öffentlich geführt wird, wird sie in dem Aufsichtsgremium so nicht geführt.“

Inhalte der Krisensitzung sind vertraulich

Wegner wies darauf hin, dass die Inhalte der Sitzung vertraulich seien. Bei den Gesprächen, die dort vereinbart wurden, gehe es insbesondere um die inhaltliche Neuausrichtung der Berlinale. „Sollte es danach auch um personelle Themen gehen, werden wir uns dazu positionieren und auseinandersetzen müssen.“ 

„Die Berlinale ist das internationale Filmfestival in Deutschland. Und die Berlinale ist auch eine bedeutende Veranstaltung für den Filmstandort Berlin“, betonte Wegner. Sie werde auch von den Berlinerinnen und Berlinern, und anderen Festivalgästen angenommen. 

Ihn ärgere, dass über viele positive Aspekte der Berlinale nicht mehr gesprochen werde, weil einige Filmschaffende das Festival für Antisemitismus, Judenhass und Israelfeindlichkeit nutzten. „Damit schaden diese Filmschaffenden unserer Berlinale.“ 

Während der diesjährigen Berlinale hatte es mehrfach Debatten zum Nahostkonflikt gegeben. Filmschaffende wie Tilda Swinton und Javier Bardem warfen der Berlinale vor, sich im Gaza-Krieg nicht an die Seite der Palästinenser zu stellen. 

In Deutschland stieß vor allem die Rede eines Filmemachers auf heftigen Widerspruch. Der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib hatte während der Preisverleihung der deutschen Regierung vorgeworfen, sie sei faktisch Partner „des Völkermords im Gazastreifen“. Israels Regierung streitet ab, im Gazastreifen Völkermord zu begehen, das ist auch die Position der deutschen Regierung.