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RassismusWieder landesweit Tausende Menschen bei Demos gegen rechts

Rund einen Monat nach den Enthüllungen des Medienhauses Correctiv ebben die Demonstrationen für Vielfalt und Toleranz nicht ab. In Niedersachsen gab es am Wochenende in kleineren Städten Kundgebungen.

Von dpa Aktualisiert: 11.02.2024, 17:55
Teilnehmer einer Demonstration gegen Rechtsextremismus halten ein Schild in den Händen.
Teilnehmer einer Demonstration gegen Rechtsextremismus halten ein Schild in den Händen. Daniel Bockwoldt/dpa

Bad Lauterberg/Einbeck - Mehrere Tausend Menschen haben am Wochenende in Niedersachsen wieder gegen Rechtsextremismus und für die Demokratie demonstriert. An einer Demo in Einbeck (Landkreis Northeim) nahmen am Samstag nach Polizeiangaben 1200 Menschen teil. Der Aufzug zog mit zwei Stopps für Redebeiträge durch die Stadt. Die Versammlung sei friedlich und störungsfrei verlaufen, teilten die Beamten mit.

Aufgerufen hatten zu der Demonstration unter dem Motto „AfD stoppen - jetzt!“ unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Bündnis „Einbeck ist bunt“ sowie die Linksjugend Einbeck. „Nun ist es Zeit aufzustehen und für eine demokratische, offene, inklusive und solidarische Gesellschaft einzustehen“, hieß es in dem Aufruf.

In Hann.Münden in Südniedersachsen kamen laut Polizei am Samstag etwa 1500 Menschen zu einer Demonstration gegen rechts zusammen. Die Veranstaltung sei friedlich und störungsfrei verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

In der ostfriesischen Kleinstadt Weener protestierten am Samstag laut Polizei und Veranstalter rund 700 Menschen gegen rechts. Unter dem Motto „Wir im Rheiderland gemeinsam für Vielfalt und Demokratie“ hatte ein Bündnis aus Vereinen, Verbänden und Parteien zu der Kundgebung aufgerufen, wie die „Rheiderland Zeitung“ berichtete.

Am Sonntag protestierte ein Bündnis von Parteien, Verbänden und Bürgern in Bad Lauterberg im Harz gegen rechts. Nach Angaben der örtlichen SPD kamen zu der Demonstration am Sonntag rund 500 Menschen. „Lasst uns also alle gemeinsam ein Zeichen setzen. Für unsere Demokratie, für Vielfalt und Toleranz“, sagte Nils Gehrke, Vorsitzender der SPD in der Kleinstadt. „Und lasst uns allen, die für Menschenhass und Ausgrenzung stehen, sagen: Wir sind viel mehr!“, ergänzte Gehrke. Für Sonntagabend war zudem eine Demonstration gegen rechts in Osterode am Harz angemeldet.

Die Proteste gegen rechts laufen bundesweit bereits seit rund einem Monat. Vor einer Woche versammelten sich mehr als 150.000 Menschen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. In Hannover wurde am vergangenen Samstag eine Menschenkette um den Landtag gebildet.

Auslöser waren Enthüllungen des Medienhauses Correctiv über ein Treffen radikaler Rechter im November in Potsdam, an dem auch AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion teilgenommen hatten. Dort hatte der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, nach eigenen Angaben über das Konzept der sogenannten Remigration gesprochen. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.