1. Startseite
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Kriminalität: Wohnungssuchende betrogen? 29-Jähriger steht vor Gericht

Kriminalität Wohnungssuchende betrogen? 29-Jähriger steht vor Gericht

Der Wohnungsmarkt ist äußerst angespannt, die Suche nach einer bezahlbaren Bleibe oft sehr mühsam. Das ruft auch Betrüger auf den Plan.

Von dpa 29.01.2026, 17:14
Ein 29-Jähriger soll Mietinteressenten getäuscht und Vorauszahlungen erschlichen haben. Sein Verteidiger kündigte eine Aussage an. (Foto Illustration)
Ein 29-Jähriger soll Mietinteressenten getäuscht und Vorauszahlungen erschlichen haben. Sein Verteidiger kündigte eine Aussage an. (Foto Illustration) Soeren Stache/dpa

Berlin - Weil er Wohnungssuchende mit falschen Angeboten betrogen haben soll, steht ein 29-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Der Mann soll in vier Fällen für eine vorgetäuschte Vermittlung einer Mietwohnung jeweils Vorauszahlungen von bis zu 4.100 Euro kassiert haben. Zudem sei eine Frau zu einem angeblichen Besichtigungstermin gelockt und durch mutmaßliche Mittäter des Angeklagten gefesselt, geknebelt und beraubt worden.

Die Anklage lautet unter anderem auf Betrug, schwere räuberische Erpressung und erpresserischen Menschenraub. Der Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn, sein Mandant werde sich voraussichtlich am zweiten Verhandlungstag, dem 17. Februar, zu den Vorwürfen äußern.

Überfall mit Beute von fast 74.000 Euro

Der 29-Jährige soll über das Internet und unter falschem Namen agiert haben. Er habe zwischen August und Dezember 2023 Mietwohnungen in Berlin angeboten, doch „tatsächlich hatte er keine zur Vermietung stehende Wohnung zur Verfügung“, heißt es in der Anklage. Er habe sich als Vermittler ausgegeben und Geld im Voraus verlangt – etwa die Bezahlung einer Maklercourtage. Insgesamt habe er Vorauszahlungen von rund 12.000 Euro erschlichen.

Die mutmaßliche Serie endete laut Anklage mit einem Überfall. Eine Mietinteressentin sei angerufen und zu einer Besichtigung in Berlin-Kreuzberg eingeladen worden. Tatsächlich habe es sich um eine zuvor für kurze Zeit angemietete Ferienwohnung gehandelt. Mehrere Männer sollen die Frau überfallen, sie mit einem Messer bedroht und über ihr Handy von einem ihr zugänglichen Geschäftskonto Überweisungen in Höhe von fast 74.000 Euro vorgenommen haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte „das Handeln der Täter vor Ort“ über ein Mobiltelefon gesteuert habe und Zugriff auf die Konten hatte, auf die das Geld übertragen wurde. Seit August befindet sich der 29-Jährige in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bislang acht weitere Verhandlungstage bis zum 20. März terminiert.