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Frost und Schnee Zwei Dutzend Kältetote in vergangenen Wintern in Thüringen

Der Winter 2025/26 verläuft alles andere als mild. Für Menschen, die keine feste Bleibe haben und auf der Straße leben, sind knackiger Frost und Schnee gefährlich.

Von dpa 18.02.2026, 12:43
Etwa zwei Dutzend Kältetote wurden 2023 und 2024 in Thüringen gezählt, Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor (Symbolbild)
Etwa zwei Dutzend Kältetote wurden 2023 und 2024 in Thüringen gezählt, Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor (Symbolbild) Jörg Carstensen/dpa

Erfurt - Kalte Winter kosten in Thüringen jedes Jahr Menschenleben. In den Jahren 2023 und 2024 wurden im Freistaat 24 Kältetote gezählt, wie aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linke-Landtagsabgeordneten Katja Maurer hervorgeht. Im Jahr 2023 erfroren demnach 14 Menschen, ein Jahr später waren es zehn. Das Ministerium berief sich auf Daten des Statistischen Landesamtes, das übermäßige natürliche Kälte als direkte Todesursache erfasst. Zahlen für 2025 liegen bislang nicht vor, die Erfassung der Sterbezahlen und die Auswertung der Todesursachen dauert für gewöhnlich länger an.

Nicht nur in den kreisfreien Städten Erfurt, Jena, Suhl und Weimar wurden einzelne Kältetote verzeichnet, auch in den meisten Landkreisen. Keine Fälle wurden in den beiden Jahren in Gera, dem Saale-Holzland-Kreis und im Landkreis bekannt. Ob beziehungsweise in welchem Ausmaß es sich bei den Kältetoten um Obdachlose handelt, geht aus der Ministeriumsantwort nicht hervor.

Linke-Kritik an Landesregierung

Um Todesfälle durch Unterkühlung zu vermeiden, hält das Ministerium niedrigschwellige Angebote für erforderlich, vor allem Notunterkünfte, Aufenthaltsräume zum Aufwärmen tagsüber, die Versorgung mit warmen Getränken und Essen und Zugang zu medizinischer Versorgung. Dies sei eine wichtige Aufgabe der Kommunen, heißt es in der Antwort.

Die Linke sieht hingegen auch die Landesregierung in der Pflicht. Maurer bescheinigte der Landesregierung Ideen- und Handlungslosigkeit bei Maßnahmen zum Schutz obdachloser Menschen vor dem Erfrieren.

Im vergangenen Sommer hatte die Landesregierung das Ziel ausgegeben, die Wohnungs- und Obdachlosigkeit im Freistaat bis zum Jahr 2030 zu überwinden. Dafür soll laut Ministerium eine entsprechende Landesstrategie umgesetzt werden. Derzeit laufe dazu eine Bestandsaufnahme in den Kommunen, die Grundlage für geeignete Maßnahmen sein solle. Anfang 2025 waren nach früheren Angaben des Statistischen Landesamtes rund 3.000 Menschen in Thüringer Sammelunterkünften oder Einrichtungen für Wohnungslose untergebracht.