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Tarifverhandlungen bei der BVG 48-Stunden-Warnstreik im Berliner Nahverkehr hat begonnen

Der nächste Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben ist angelaufen. Bis einschließlich Samstag kommt es zu erheblichen Einschränkungen im Berliner Nahverkehr.

Von dpa Aktualisiert: 27.02.2026, 03:23
Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) steht der nächste Warnstreik an - diesmal läuift der Ausstand 48 Stunden.
Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) steht der nächste Warnstreik an - diesmal läuift der Ausstand 48 Stunden. Sebastian Gollnow/dpa

Berlin - Der Berliner Nahverkehr steht seit den frühen Morgenstunden aufgrund eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi weitgehend still. „Der Streik hat begonnen“, bestätigte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht. Für 48 Stunden sollen Busse, Tram- und U-Bahnen in den Depots bleiben. Erst zum Betriebsbeginn am Sonntagmorgen soll der Verkehr wieder anlaufen. 

Warnstreiks in fast allen Bundesländern

Auch in den meisten anderen Bundesländern hat die Gewerkschaft im Rahmen von bundesweit parallel laufenden Tarifrunden bei den Nahverkehrsunternehmen zu Ausständen aufgerufen. In Berlin ist es in der derzeitigen Tarifauseinandersetzung mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) bereits der zweite Warnstreik. Schon Anfang Februar gab es einen 24-stündigen Arbeitskampf. 

Nicht betroffen sind auch diesmal der S- und Regionalbahnverkehr in der Hauptstadtregion. Dieser wird von der Deutschen Bahn und anderen Verkehrsunternehmen betrieben, die mit den Tarifverhandlungen nichts zu tun haben. 

S-Bahn bietet zusätzliche Fahrten an

Die Berliner S-Bahn hatte zuvor angekündigt, während des Warnstreiks zusätzliche Züge fahren zu lassen. Zusatzfahren gibt es demnach zwischen 9.00 und 14.00 Uhr auf der S5 im Abschnitt Mahlsdorf-Ostbahnhof. Am Samstag verlängere die S-Bahn die Fahrten der S26 über den Potsdamer Platz hinaus bis Gesundbrunnen, hieß es.

Die BVG kritisierte den Warnstreik als „völlig unverhältnismäßige Eskalation“. Die Verhandlungen in der Hauptstadt lägen im vereinbarten Zeitplan. „Und trotzdem eskaliert Verdi Berlin, um einer bundesweiten Verdi-Dramaturgie zu folgen, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.“ 

Bisher keine Annäherung in den Verhandlungen

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) und die BVG hätten in den bisherigen drei Gesprächsrunden den Einstieg in echte Verhandlungen verweigert, betonte wiederum die Gewerkschaft vor wenigen Tagen. Deshalb rufe Verdi nun zum Arbeitskampf auf. 

Verhandelt wird in der Hauptstadt nicht über mehr Geld, sondern über den sogenannten Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten regelt. 

Die Arbeitnehmerseite fordert unter anderem mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. „Bei den Wendezeiten geht es nicht nur um Würde, sondern auch um Gesundheitsschutz. Alle wissen, wie belastend es ist, bei einer vollen Blase nicht aufs Klo gehen zu können“, teilte Verdi mit.

Die Arbeitgeberseite dringt wiederum darauf, dass die Gewerkschaft ihre Forderungen stärker priorisieren soll, um dann über die wichtigsten Punkte in die inhaltlichen Gespräche einsteigen zu können. Verdi will vorher ein Angebot der BVG.