Gedenken Zwickau erinnert an das schwerste Bergwerksunglück der DDR
Vor 66 Jahren kamen bei einer Explosion im Zwickauer Steinkohlewerk 123 Menschen ums Leben. Bis heute ist die Ursache des schwersten DDR-Bergwerksunglücks ungeklärt.

Zwickau - In Zwickau gedenken Vertreter von Kommunen, Kirchen und dem Steinkohlebergbauverein der größten Katastrophe im DDR-Bergbau: Am 22. Februar 1960 kamen bei einer Explosion im VEB Steinkohlewerk „Karl Marx“ insgesamt 123 Menschen ums Leben. Zur Erinnerung an die Opfer und ihre Angehörigen läuten um 10 Uhr die Glocken der Zwickauer Kirchen. Am Gedenkstein zu dem Grubenunglück auf dem Zwickauer Hauptfriedhof legen die Teilnehmenden eines Trauermarsches Blumen nieder.
Ursache des Unglücks ist trotz Aufarbeitung bis heute unklar
Das Zwickauer Grubenunglück im damaligen Steinkohlebergbau gilt als das folgenschwerste der DDR. Es gebe heute kaum noch Zeitzeugen der damaligen Geschehnisse, sagte Frieder Heinz, Vorstand des Zwickauer Steinkohlebergbauvereins. Der 78-jährige frühere Bergmann kenne noch Mitglieder der damals beteiligten Rettungstruppen sowie Nachfahren der Opfer der Katastrophe.
Bis heute ist die genaue Ursache der Katastrophe unklar. Damals war Sprengstoff unter Tage in rund 1.000 Metern Tiefe detoniert und hatte mehrere Brände ausgelöst. Die Stadt Zwickau und der Steinkohlebergbauverein hatten in einer gemeinsamen Kommission jahrelang sämtliche verfügbaren Dokumente einschließlich Stasi-Unterlagen ausgewertet, Zeitzeugen befragt und die Ergebnisse 2010 in Form eines Buchs zum 50. Jahrestag des Unglücks vorgelegt. Sie konnten zwar ermitteln, dass die Explosion am 22. Februar 1960 von einer anderen Stelle ausgegangen ist als zuvor vermutet. Nicht aber, aus welchen Gründen es zu der Explosion kam. Für die Theorie, dass der betreffende Sprengmeister in Selbstmordabsicht gehandelt habe, fanden sich damals keine belastbaren Hinweise.