Magdeburg/Hannover l Mit dem Einsatz geeigneter Technik kann die Digitalisierung Altenpfleger bei körperlich schweren Tätigkeiten sowie bei der Verwaltungsarbeit entlasten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Nord LB gestern vorgestellt hat.

Vier große Anwendungsfelder, so die Analyse, eignen sich besonders für digitale Technologien: Bei der Leistungserfassung und Pflegedokumentation, den sogenannten technischen Assistenzsystemen wie Hausnotrufen und Sturzsensoren, bei der Diagnostik und Behandlung via Videokonferenz und dem Einsatz von Robotern. Beispielsweise für den Transport von Medikamenten oder Wäsche. „Das größte Entlastungspotential sehe ich derzeit bei der technisschen Assistenz. Denn die stationäre Pflege ist an der Kapazitätsgrenze“, sagt Eberhard Brezski von der Nord LB, der die Studie erstellte.

Jörg Biastoch, Geschäftsführer der Humanas Pflege Gruppe in Colbitz, ist skeptisch: „Bislang scheitert Digitalisierung oft an gesetzlichen Vorgaben. Denn noch müssen zum Beispiel alle Leistungsnachweise in der ambulanten Pflege analog unterschrieben werden.“ Die Paketlieferdienste seien da weiter als die Pflegebranche. Eberhard Brezski kennt das Problem. „Das Bundesministerium für Gesundheit muss nacharbeiten“, sagt er.

Laut der Studie gibt es in Sachsen-Anhalt rund 111 000 Pflegebedürftige, insgesamt 633 stationäre Heime und 613 ambulante Pflegedienste. Viele dieser Unternehmen würden wohl neue Technik einsetzen, aber der schleppenden Ausbau des Breitbandnetzes hindert sie daran. „In dieser Hinsicht ist Deutschland ein Entwicklungsland“, sagt Brezski. Nötig sei ein flächendeckender Ausbau.