Berlin (dpa) - Die Linke will sich zwar nicht direkt zu einer möglichen Kanzlerkandidatur von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich äußern, Sympathien für ihn gibt es aber in der Parteispitze.

"Für uns gilt der Grundsatz, dass wir uns nicht in die Personaldebatte der SPD einmischen. Und wir machen unser Verhältnis zur SPD auch nicht vom Personal in der SPD abhängig, sondern davon, welche inhaltlichen Positionen sie einnimmt", sagte Parteichef Bernd Riexinger der dpa. Zur Person Mützenichs sagte Riexinger, man schätze ihn. "Mützenich hat schon in Friedens- und Abrüstungsfragen inhaltliche Positionen eingenommen, die nicht so weit von uns weg sind."

Der SPD-Fraktionschef ist einem Bericht des Magazins "Cicero" zufolge als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten im Gespräch. Er sei der Wunschkandidat der Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans für die Bundestagswahl 2021. Mützenich hatte den Bericht nicht dementiert, allerdings betont, diese Entscheidung stehe "zurzeit überhaupt nicht an". Zuletzt hatte der Außenpolitiker eine Debatte über die nukleare Teilhabe Deutschlands ausgelöst. Er gehört zum linken Flügel der SPD. Die Spitze der Linkspartei macht sich schon länger stark für ein mögliches Bündnis mit SPD und Grünen nach der nächsten Bundestagswahl.