Gütersloh (dpa) - Die erwerbsfähige Bevölkerung in Deutschland wird einer Prognose zufolge in den nächsten rund 20 Jahren stark altern und schrumpfen. Das dürfte sich negativ auf Wirtschaftswachstum und durchschnittliche Einkommen auswirken.

Es drohten starke Wohlstandseinbußen, heißt es in einer Untersuchung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung Wien (Wifo). Mit mehr Investitionen in Automatisierung und Kommunikationstechnologien lasse sich diese Entwicklung kompensieren, zeigt die Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Die demografische Alterung werde das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts deutlich dämpfen - im Jahr 2040 um rund 274 Milliarden Euro. Und zwar im Vergleich zum Bevölkerungsstand von 2018, also der hypothetischen Annahme, dass die Gesellschaft bis 2040 nicht altern werde. Pro Kopf würde das Einkommen bei demografischer Alterung um etwa 3700 Euro geringer ausfallen als bei einer nicht-alternden Gesellschaft, kalkulierte die Analyse.

Die Bevölkerungsstruktur werde sich aber tatsächlich auch künftig weiter wandeln: Immer weniger Personen im Erwerbsalter stehen demnächst immer mehr Rentnern gegenüber. Zudem werde in zehn bis 20 Jahren der Anteil Älterer - zwischen 55 und 64 Jahren - unter allen Erwerbstätigen zunehmen. Da die Produktivität eines Menschen ihren Höhepunkt im Lebensalter von etwa 50 Jahren erreiche und danach langsam zurückgehe, drücke das die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, schreiben die Studienautoren.

Um die alterungsbedingte Dämpfung der Pro-Kopf-Einkommen abzufedern, brauche es mehr arbeitssparenden technologischen Fortschritt. Unternehmen und öffentliche Hand sollten viel stärker in Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in Software investieren.